Illustration einer selbstständigen Person am Schreibtisch, die zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung abwägt

Krankenversicherung für Selbstständige: gesetzlich oder privat?

Du baust Dein eigenes Business auf, trägst Risiko, triffst jeden Tag Entscheidungen – und genau deshalb sollte Deine Krankenversicherung nicht nach Bauchgefühl laufen. Zwischen GKV und PKV geht es nicht nur um den Beitrag von heute, sondern um das Leben, das Du in zwei, fünf oder zehn Jahren führen willst.

TL;DR: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Für hauptberuflich Selbstständige ist oft sowohl die freiwillige GKV als auch die PKV möglich. Welche Lösung besser passt, hängt vor allem von Einkommen, Familienstatus, Alter, Gesundheit und Leistungswunsch ab.
  • Die GKV für Selbstständige arbeitet mit einkommensabhängigen Beiträgen bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Zusatzbeitrag, Pflegeversicherung und eventuell Krankengeld beeinflussen die tatsächliche Höhe.
  • Die PKV ist nicht automatisch günstiger oder teurer. Beitrag und Eignung hängen stark von Alter, Gesundheitszustand, Tarifumfang und Selbstbehalt ab.
  • Wenn Du Familie hast, ist die Familienversicherung in der GKV oft ein zentrales Argument. In der PKV müssen Angehörige in der Regel separat versichert werden.
  • Der Wechsel in die PKV ist meist leichter als zurück in die GKV. Genau deshalb sollte die Entscheidung langfristig tragfähig sein.
  • Beitragssätze, Zusatzbeiträge, Pflegebeiträge und Beitragsgrenzen ändern sich regelmäßig. Prüfe Zahlen deshalb immer jahresaktuell, etwa bei der TK oder einer gesetzlichen Krankenkasse.

Die passende Krankenversicherung für Selbstständige ist weder automatisch gesetzlich noch privat. Freiwillige GKV ist vor allem bei Familie, planbarer Absicherung und schwankendem Einkommen oft naheliegend, weil Beiträge einkommensabhängig sind und eine Familienversicherung möglich sein kann. PKV kann sinnvoll sein, wenn Alter, Gesundheitszustand, Leistungswunsch und Tarifstruktur passen. Entscheidend sind Kostenlogik, Wechselmöglichkeiten und die langfristige Tragfähigkeit der Wahl.

Kurzfazit: Wann GKV und wann PKV für Selbstständige oft sinnvoll ist

Wenn Du eine schnelle, ehrliche Einordnung willst, dann ist sie diese: Die GKV ist für viele Selbstständige besonders dann sinnvoll, wenn Dein Einkommen schwankt, wenn Kinder mitversichert werden sollen oder wenn Du eine einfache, einkommensbezogene Beitragslogik möchtest. Die PKV kann gut passen, wenn Du jung bist, gesundheitlich gute Voraussetzungen mitbringst, gezielt Leistungen auswählen willst und die Beiträge langfristig tragen kannst.

Der entscheidende Punkt: Es geht nicht nur um den günstigsten Startpreis. Eine Krankenversicherung ist eher wie ein Marathon als wie ein Sprint. Wer nur auf den ersten Kilometer schaut, läuft vielleicht schnell los – aber nicht unbedingt sicher ins Ziel.

Nach Angaben der AOK können hauptberuflich Selbstständige grundsätzlich häufig zwischen freiwilliger GKV und PKV wählen. Gleichzeitig zeigen Verbraucherquellen wie Finanztip, dass PKV-Kosten stark von Alter, Gesundheit, Leistungsumfang und Selbstbehalt abhängen. Genau deshalb bringt eine pauschale Empfehlung wenig.

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Eine gute Faustregel

  • Eher GKV, wenn Dir Planbarkeit bei schwankendem Einkommen und Familienabsicherung wichtig sind
  • Eher PKV, wenn Du bewusst Tarifleistungen auswählst, gesund bist und langfristig finanziell stabil planst
  • Besonders vorsichtig vergleichen, wenn sich Familie, Einkommen oder Erwerbsmodell in den nächsten Jahren stark verändern könnten

Was bedeutet freiwillige GKV oder PKV für Selbstständige?

Viele Angestellte rutschen automatisch in ein klar geregeltes System. Als Selbstständige oder Selbstständiger sieht die Realität oft anders aus: Du musst aktiver entscheiden. Häufig ist für hauptberuflich Selbstständige sowohl die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung als auch die private Krankenversicherung grundsätzlich möglich, sofern keine besondere Versicherungspflicht aus einer anderen Beschäftigung greift.

Der Kernunterschied ist schnell erklärt. In der GKV orientieren sich die Beiträge bei Selbstständigen grundsätzlich am Einkommen. In der PKV richtet sich der Beitrag dagegen nicht direkt nach Deinem Einkommen, sondern vor allem nach Tarif, Alter beim Eintritt, Gesundheitszustand und Selbstbehalt. Dazu kommt ein wichtiger Unterschied für Familien: In der GKV kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Familienversicherung möglich sein, während in der PKV Angehörige meist separat versichert werden müssen.

Das klingt technisch, hat aber im Alltag echte Wucht. Denn ob Du allein arbeitest oder eine vierköpfige Familie absichern willst, macht die gleiche Frage plötzlich zu zwei völlig unterschiedlichen Entscheidungen.

Definitionen: Die wichtigsten Begriffe vor dem Vergleich

Wer die Sprache des Systems versteht, entscheidet sicherer. Hier sind die Begriffe, die Du wirklich kennen solltest.

Freiwillige gesetzliche Krankenversicherung

Das ist die gesetzliche Krankenversicherung für Menschen, die nicht automatisch pflichtversichert sind, sich aber gesetzlich versichern können. Für viele hauptberuflich Selbstständige ist genau das die GKV-Variante.

Private Krankenversicherung

Die PKV funktioniert über individuelle Tarife. Der Beitrag hängt nicht direkt am Einkommen, sondern unter anderem an Eintrittsalter, Gesundheitsprüfung, Leistungsniveau und Selbstbehalt.

Beitragsbemessungsgrenze

Bis zu dieser Einkommensgrenze werden in der GKV Beiträge berechnet. Einkommen oberhalb dieser Grenze erhöht den Krankenversicherungsbeitrag nicht weiter. Diese Grenze ist jahresabhängig.

Zusatzbeitrag

Neben dem allgemeinen Beitragssatz erheben gesetzliche Krankenkassen einen kassenindividuellen Zusatzbeitrag. Auch dieser verändert die tatsächliche Höhe Deines Beitrags.

Pflegeversicherung

Zur Krankenversicherung kommt für Selbstständige regelmäßig die Pflegeversicherung hinzu. Wer nur die Krankenversicherung vergleicht, rechnet also oft zu kurz.

Krankengeld

Krankengeld kann für Selbstständige ein wichtiger Baustein sein, wenn längere Ausfälle finanziell kritisch wären. In der GKV gibt es hier unterschiedliche Absicherungsvarianten.

Selbstbehalt

In der PKV kann ein Tarif einen Selbstbehalt enthalten. Das bedeutet: Einen Teil der Kosten trägst Du selbst, dafür kann der laufende Beitrag niedriger ausfallen.

Gesundheitsprüfung

Beim Wechsel in die PKV spielt der Gesundheitszustand typischerweise eine wichtige Rolle. Eine Gesundheitsprüfung ist dabei üblich.

Familienversicherung

In der GKV können Angehörige unter bestimmten Voraussetzungen ohne eigenen Zusatzbeitrag mitversichert sein. In der PKV ist das grundsätzlich nicht so.

Hauptberuflich vs. nebenberuflich selbstständig

Ob Du als haupt- oder nebenberuflich selbstständig giltst, kann versicherungsrechtlich entscheidend sein. Diese Einordnung hängt vom Einzelfall ab und sollte nicht vorschnell vereinfacht werden.

So funktioniert die gesetzliche Krankenversicherung für Selbstständige

Die GKV wirkt auf den ersten Blick altbekannt – ist für Selbstständige aber trotzdem ein eigenes Spielfeld. Anders als bei vielen Angestellten übernimmt niemand den Arbeitgeberanteil für Dich. Du trägst Deinen Beitrag selbst, und die Berechnung läuft über Dein beitragspflichtiges Einkommen. Die Belastung steigt dabei nicht unbegrenzt, weil die Beitragsbemessungsgrenze eine Obergrenze setzt.

Zur reinen Krankenversicherung kommen in der Praxis weitere Bausteine hinzu: der Zusatzbeitrag der Krankenkasse, die Pflegeversicherung und gegebenenfalls ein Krankengeldanspruch. Genau deshalb ist die Frage „Was kostet mich die GKV?“ etwas größer als nur ein Prozentsatz.

Viele Selbstständige schätzen an der GKV, dass die Logik nachvollziehbar bleibt: Wenn Dein Einkommen sinkt, sinkt grundsätzlich auch die Beitragsbasis. Wenn Dein Einkommen steigt, steigt Dein Beitrag bis zu einer Obergrenze mit. Das ist kein Wundermittel, aber für viele ein Stück Sicherheit in einem Alltag, der ohnehin schon von schwankenden Umsätzen geprägt ist.

Welche Kostenbestandteile in der GKV wirklich zählen

  • beitragspflichtiges Einkommen
  • mögliche Mindestbemessung
  • Beitragsbemessungsgrenze
  • kassenindividueller Zusatzbeitrag
  • Pflegeversicherung
  • gegebenenfalls Krankengeld

Erst aus dieser Kombination ergibt sich der reale Monatsbeitrag. Wichtig ist außerdem: Werte wie Zusatzbeitrag oder Beitragsbemessungsgrenze ändern sich regelmäßig. Nutze deshalb immer aktuelle Zahlen.

Was oft missverstanden wird

Viele vergleichen nur den allgemeinen Beitragssatz. Das ist zu kurz gedacht. Wenn Du zum Beispiel Krankengeld brauchst oder eine Kasse mit höherem Zusatzbeitrag wählst, kann das Deine Rechnung spürbar verändern.

Wann die GKV für Selbstständige besonders sinnvoll sein kann

Die GKV kann besonders stark sein, wenn Dein Einkommen nicht jeden Monat gleich aussieht. Sie kann auch dann attraktiv sein, wenn Du Kinder hast oder eine Familiengründung planst. Denn die Möglichkeit der Familienversicherung ist oft nicht nur ein nettes Extra, sondern ein echter Kosten- und Sicherheitsfaktor.

Auch für Menschen, die keine Lust auf komplizierte Tarifwelten und Gesundheitsfragen haben, wirkt die GKV oft zugänglicher. Das ist keine Wertung gegen die PKV, sondern eine Frage der Lebensrealität.

So funktioniert die private Krankenversicherung für Selbstständige

Die PKV folgt einer anderen Logik als die GKV. Dein Einkommen ist hier nicht der direkte Maßstab für den Beitrag. Stattdessen zählen vor allem Dein Eintrittsalter, Dein Gesundheitszustand, der gewünschte Leistungsumfang und ein möglicher Selbstbehalt.

Für manche Selbstständige wirkt das zunächst attraktiv. Wer jung ist, gesund startet und einen passenden Tarif findet, kann die PKV als leistungsstarke Alternative erleben. Gleichzeitig ist genau hier Vorsicht wichtig: Es gibt nicht die eine PKV. Es gibt Tarife, Bedingungen, Unterschiede – und damit auch große Preis- und Leistungsunterschiede.

Wenn die GKV eher wie ein gemeinsames System mit festen Spielregeln funktioniert, ist die PKV eher ein Baukasten. Das kann stark sein, wenn Du genau weißt, was Du willst. Es kann aber auch überfordern, wenn Du nur nach dem günstigsten Werbepreis gehst.

Welche Faktoren die PKV-Kosten bestimmen

  • Alter beim Eintritt
  • Gesundheitszustand und Gesundheitsprüfung
  • gewünschter Leistungsumfang
  • Selbstbehalt
  • Zahl der separat zu versichernden Familienmitglieder

Warum „PKV ist billiger“ zu simpel ist

Ja, die PKV kann in bestimmten Situationen günstiger wirken. Aber dieser Satz ist nur die halbe Wahrheit. Denn er blendet oft Tarifumfang, Familienkosten und langfristige Tragbarkeit aus.

Wann die PKV für Selbstständige sinnvoll sein kann

Die PKV kann für Dich sinnvoll sein, wenn mehrere Punkte zusammenkommen: Du bist relativ jung, gesundheitlich gut aufgestellt, brauchst keine kostenlose Familienversicherung und möchtest Leistungen bewusst individuell gestalten. Dann kann die PKV eine passende Option sein.

Aber: Sie ist vor allem dann sinnvoll, wenn Du nicht auf einen einfachen Rückweg in die GKV spekulierst. Denn genau das wäre riskant. Die Rückkehr ist rechtlich nicht ausgeschlossen, in der Praxis aber oft an enge Voraussetzungen gebunden.

GKV oder PKV: Der direkte Vergleich für Selbstständige

Die eigentliche Entscheidung wird klarer, wenn Du nicht in Werbeversprechen denkst, sondern in Kriterien. Nicht nur Preis. Nicht nur Prestige. Nicht nur ein Bauchgefühl. Sondern ein sauberer Vergleich entlang der Fragen, die für Dein Leben wirklich zählen.

Kosten, Leistungen, Familie, Krankengeld und Planbarkeit im Vergleich

KriteriumGKV für SelbstständigePKV für SelbstständigeTendenz: oft sinnvoll für
Beitragslogikeinkommensabhängig bis zur Beitragsbemessungsgrenzetarifabhängig, nicht direkt einkommensabhängigGKV bei schwankendem Einkommen, PKV bei klar kalkulierter Langfristplanung
Familienversicherungunter Voraussetzungen möglichAngehörige meist separat versichernGKV oft bei Familien vorteilhaft
Krankengeldje nach Absicherung relevant und mitzuprüfentarifabhängig zu prüfenbeide Systeme nur nach konkretem Absicherungsbedarf vergleichen
EinkommensschwankungenLogik reagiert grundsätzlich auf EinkommenBeitrag hängt nicht direkt am EinkommenGKV oft robuster bei wechselnden Einnahmen
Gesundheitsprüfungin dieser Form nicht zentral wie in der PKVüblich und entscheidendGKV oft einfacher bei gesundheitlichen Vorerkrankungen
Leistungsumfangsystemisch vorgegeben mit Kassenunterschiedenstark tarifabhängig individualisierbarPKV eher für klaren Leistungswunsch
Wechsel zurückkeine gleich gelagerte RückwechselproblematikRückweg in die GKV oft schwierigbei unsicherer Zukunft eher vorsichtig mit PKV
Langfristige Planbarkeitstark an Einkommenslogik gekoppeltstark an Tarifwahl und persönlichem Verlaufhängt stark von Lebensmodell und Finanzplanung ab

Die Tabelle ersetzt keine Einzelprüfung. Aber sie hilft, das große Bild zu sehen. Gerade für Selbstständige ist das wichtig, weil die Entscheidung eben nicht im luftleeren Raum fällt. Sie hängt an Deinem Businessmodell, an Deiner Familie, an Deiner Gesundheit und an Deiner Zukunftsplanung.

Entscheidungsmatrix: Welche Versicherung passt zu welchem Profil?

Es gibt keine perfekte Lösung für alle. Aber es gibt typische Musterfälle, die eine Richtung zeigen können.

Beispielprofile: Gründer, Solo-Selbstständige, Familie, schwankendes Einkommen

Typische Situationen zeigen, welche Richtung sinnvoll sein kann.

Gründer mit knappem Budget

Wenn Du gerade gründest und Deine Einnahmen noch nicht stabil sind, ist die GKV oft naheliegend. Der Grund ist weniger „billiger um jeden Preis“, sondern eher das Zusammenspiel aus einkommensbezogener Beitragslogik und besserer Berechenbarkeit im Auf und Ab der Anfangsphase.

Solo-Selbstständige mit hohem, stabilem Einkommen

Wenn Du allein arbeitest, gut verdienst, gesund bist und genau weißt, welche Leistungen Dir wichtig sind, kann die PKV eine interessante Option sein. Hier lohnt sich aber nur ein echter Tarifvergleich – kein Vergleich von Slogans.

Selbstständige mit Familie

Hier ist die GKV oft besonders stark, weil die Familienversicherung unter bestimmten Voraussetzungen ein zentrales Argument sein kann. In der PKV musst Du die Haushaltskonstellation als Ganzes rechnen, nicht nur die Einzelperson.

Selbstständige mit stark schwankenden Einnahmen

Wenn Dein Business Saisons kennt, Projektspitzen hat oder unregelmäßig läuft, spricht viel dafür, die einkommensbezogene Logik der GKV ernsthaft zu prüfen. Sie kann in solchen Phasen wie ein Stoßdämpfer wirken, auch wenn sie nicht automatisch günstig ist.

Wichtiger Hinweis zu Beispielen

Sobald Du mit echten Zahlen rechnest, müssen die Annahmen offen auf den Tisch: aktuelles Einkommen, Kasse, Zusatzbeitrag, Pflegeversicherung, Krankengeld, Alter, Tarif, Selbstbehalt, Familiensituation. Und weil sich gesetzliche Werte ändern, brauchen Beispielrechnungen immer einen Aktualitätshinweis.

Wechsel in die PKV oder zurück in die GKV: Was praktisch möglich ist

Ein Wechsel in die PKV ist für viele hauptberuflich Selbstständige grundsätzlich möglich. Das heißt aber nicht, dass er folgenlos oder jederzeit sinnvoll ist. Vor allem der Rückweg in die GKV wird in vielen Gesprächen zu locker behandelt.

Die sichere Kurzversion lautet: Der Rückwechsel ist nicht unmöglich, aber oft deutlich komplizierter als der Hinweg. Genau deshalb solltest Du die PKV nie mit dem Gedanken wählen: „Wenn es nicht passt, gehe ich halt einfach wieder zurück.“ Diese Rechnung geht in der Praxis nicht immer auf.

Gesundheitsprüfung, Fristen und Rückwechsel-Hürden

Beim Wechsel in die PKV spielt die Gesundheitsprüfung typischerweise eine zentrale Rolle. Sie beeinflusst, ob und wie ein Tarif für Dich zugänglich ist.

Beim Rückwechsel in die GKV gilt: Hier hängen die Möglichkeiten stark von den konkreten Umständen ab. Weil das rechtlich detailreich ist, solltest Du vereinfachte Aussagen mit Vorsicht behandeln. Fest steht aber: Ein unkomplizierter Standard-Rückweg für alle Selbstständigen ist keine seriöse Annahme.

Sonderfälle: nebenberuflich selbstständig, Gründer, Freiberufler

Nicht jede Selbstständigkeit ist versicherungsrechtlich gleich. Genau hier wird es schnell kleinteilig. Ob Du haupt- oder nebenberuflich selbstständig bist, ob Du zusätzlich angestellt arbeitest oder ob Du Dich gerade erst gründest, kann Deine Optionen verändern.

Für diesen Artikel ist deshalb die wichtigste Aussage: Wenn Deine Konstellation nicht „klassisch hauptberuflich selbstständig“ ist, brauchst Du eine saubere Einzelfallprüfung. Das ist keine Floskel, sondern schlicht notwendig.

So treffen Selbstständige eine belastbare Entscheidung

Wenn Du das Thema nicht länger vor Dir herschieben willst, hilft ein einfacher Prozess. Kein Versicherungskauderwelsch, kein Panikmodus – sondern Schritt für Schritt.

Checkliste vor der Wahl oder dem Wechsel

  • Versicherungsstatus klären: Prüfe zuerst, ob Du tatsächlich Wahlfreiheit zwischen freiwilliger GKV und PKV hast.
  • GKV realistisch berechnen: Berücksichtige Einkommen, Beitragsbemessungsgrenze, Zusatzbeitrag, Pflegeversicherung und gegebenenfalls Krankengeld. Nutze dafür aktuelle Angaben der Kassen.
  • PKV nur individuell vergleichen: Keine pauschalen Monatsbeiträge glauben. Entscheidend sind Alter, Gesundheit, Tarif und Selbstbehalt.
  • Familie und Krankheitsrisiken einbeziehen: Denke nicht nur an heute. Denke an Ausfälle, Kinder, Partner:in, Einkommensschwankungen und Leistungsbedarf.
  • Wechselhürden mitdenken: Geh nur dann in die PKV, wenn die Entscheidung auch ohne einfachen Rückweg für Dich tragfähig bleibt.

Die ehrlichen Leitfragen

Frag Dich dabei nicht nur: „Was spare ich jetzt?“ Frag Dich auch:

  • Was passiert bei längerer Krankheit?
  • Wie sieht meine Planung in drei bis fünf Jahren aus?
  • Will oder brauche ich Familienversicherung?
  • Wie stabil ist mein Einkommen wirklich?
  • Trage ich die Entscheidung auch dann noch, wenn sich mein Leben verändert?

Das ist der Unterschied zwischen schnell entschieden und klug entschieden.

Dein nächster Schritt

Wenn Du zwischen GKV und PKV schwankst, mach es Dir einfacher: Geh die 5-Schritte-Checkliste oben Punkt für Punkt durch und rechne beide Wege ehrlich durch. Wenn dabei Fragen offenbleiben, hol Dir eine individuelle Einschätzung auf Basis Deiner echten Situation statt auf Basis allgemeiner Werbeversprechen.

Zusammenfassung: Nicht die billigste, sondern die passendste Krankenversicherung zählt

Wenn Du selbstständig bist, brauchst Du keine pauschale Parole, sondern eine Entscheidung, die zu Deinem Leben passt. Die GKV ist oft stark bei Familie, schwankendem Einkommen und einer nachvollziehbaren Beitragslogik. Die PKV kann sinnvoll sein, wenn Alter, Gesundheit, Tarifwahl und langfristige Finanzierbarkeit zusammenpassen. Wichtig ist vor allem eines: Triff die Wahl nicht aus Druck, nicht aus Werbung, nicht aus Halbwissen. Sondern aus Klarheit. Denn Deine Krankenversicherung ist kein Nebenthema. Sie ist Teil Deines Fundaments – und ein stabiles Fundament gibt Deinem Business die Freiheit, wirklich zu wachsen.

Frequently Asked Questions

Hauptberuflich Selbstständige können häufig zwischen freiwilliger GKV und PKV wählen. Welche Option offensteht, hängt aber vom konkreten Versicherungsstatus ab, etwa dann, wenn zusätzlich eine versicherungspflichtige Beschäftigung besteht. Kläre deshalb zuerst, ob bei Dir tatsächlich Wahlfreiheit besteht.
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die GKV ist einkommensabhängig und kann bei Familie oder schwankendem Einkommen Vorteile haben. Die PKV kann bei bestimmten Profilen anfangs attraktiv wirken, hängt aber stark von Alter, Gesundheit, Tarifumfang und Selbstbehalt ab. Ein fairer Vergleich braucht immer den Einzelfall.
In der freiwilligen GKV richtet sich der Beitrag nach dem beitragspflichtigen Einkommen. Relevant sind dabei nicht nur der allgemeine Beitragssatz, sondern auch Zusatzbeitrag, Pflegeversicherung, gegebenenfalls Krankengeld sowie Unter- und Obergrenzen wie Mindestbemessung und Beitragsbemessungsgrenze. Weil sich Werte ändern, solltest Du immer aktuelle Zahlen verwenden.
Oft ist genau hier die GKV besonders stark, weil unter bestimmten Voraussetzungen eine Familienversicherung möglich ist. In der PKV müssen Ehepartner und Kinder in der Regel separat versichert werden. Deshalb solltest Du nie nur den Beitrag einer Einzelperson vergleichen, sondern immer die gesamte Haushaltskonstellation.
Rechtlich ist das nicht ausgeschlossen, praktisch aber oft an enge Voraussetzungen gebunden. Deshalb sollte ein Rückwechsel nicht als einfacher Plan B eingeplant werden. Wenn Du heute in die PKV gehst, sollte die Entscheidung auch langfristig für Dich funktionieren.

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