Illustration einer selbstständigen Familie im Homeoffice mit Partner und Kind, Symbolen für Krankenversicherung, Liquiditätsreserve und Einkommensschutz

Familienabsicherung für Selbstständige: So sichern Sie Partner und Kinder richtig ab

Selbstständig zu sein heißt Freiheit, Verantwortung und Gestaltung. Mit Familie bedeutet es aber auch, dass ein Ausfall nicht nur das Business trifft, sondern oft den ganzen Alltag zu Hause.

Familienabsicherung für Selbstständige ist deshalb keine trockene Versicherungsliste, sondern eine Prioritätenfrage. Nicht alles sofort, aber das Richtige zuerst.

TL;DR: Das Wichtigste in Kürze

  • Kranken- und Pflegeversicherung kommen zuerst, weil sie Pflicht sind und die medizinische Grundabsicherung sichern.
  • Die größte Familienlücke ist oft nicht die Behandlung, sondern der Verdienstausfall bei Krankheit.
  • Berufsunfähigkeit ist für viele Selbstständige mit Familie ein Schlüsselthema, weil dann oft das zentrale Familieneinkommen wegfällt.
  • Im Familienkontext ist der Unterschied zwischen GKV und PKV besonders wichtig: In der GKV kann eine beitragsfreie Familienversicherung möglich sein, in der PKV nicht.
  • Hinterbliebenenschutz wird wichtig, sobald Partner oder Kinder wirtschaftlich von Deinem Einkommen abhängen.
  • Altersvorsorge und Erwerbsminderungsabsicherung musst Du als Selbstständige:r oft stärker selbst organisieren als Angestellte.
  • Bei knappem Budget gilt: existenzielle Risiken zuerst, optionale Bausteine später.

Kurz gesagt: Erst Gesundheit und Liquidität sichern, dann das langfristige Einkommen, dann die Familie im Todesfall und erst danach die Vorsorge ausbauen.

Familienabsicherung für Selbstständige bedeutet, die wichtigsten finanziellen Risiken für Partner und Kinder systematisch zu ordnen und abzusichern: laufende Gesundheitskosten, Einkommensausfall bei Krankheit oder Berufsunfähigkeit, finanzielle Folgen eines Todesfalls sowie Lücken bei Alters- und Hinterbliebenenvorsorge. Anders als Angestellte musst Du viele dieser Schutzbausteine selbst organisieren und nach Familienmodell, gesetzlicher Lücke und Budget priorisieren.

Was Selbstständige mit Familie zuerst absichern sollten

Wenn Du nur einen Gedanken aus diesem Artikel mitnimmst, dann diesen: Sichere zuerst die Risiken ab, die Deinen laufenden Lebensunterhalt sofort bedrohen.

  • Kranken- und Pflegeversicherung
  • Liquidität bei Krankheit
  • Langfristiger Einkommensschutz bei Berufsunfähigkeit
  • Hinterbliebenenschutz für Partner und Kinder
  • Altersvorsorge und langfristiger Vermögensaufbau

Diese Reihenfolge ist in Familien so wichtig, weil nicht ein unperfektes Vorsorgekonzept Probleme macht, sondern fehlendes Geld im Hier und Jetzt: für Miete, Kredit, Essen, Betreuung und laufende Rechnungen.

Die Prioritätenlogik in einem Satz

Pflichtschutz und Existenzsicherung zuerst, Optimierung später.

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Warum Familienabsicherung bei Selbstständigen anders funktioniert als bei Angestellten

Bei Angestellten werden viele Risiken zumindest teilweise über Arbeitgeber und Sozialversicherung aufgefangen. Bei Selbstständigen ist das oft anders. Du trägst mehr selbst, musst mehr selbst entscheiden und häufig auch mehr selbst bezahlen.

  • Kranken- und Pflegeversicherung
  • Fragen rund um Krankengeld und Verdienstausfall
  • Absicherung bei Berufsunfähigkeit oder Erwerbsminderung
  • Hinterbliebenenschutz
  • große Teile der Altersvorsorge

Für Selbstständige können außerdem Lücken relevant sein, die bei Angestellten anders aufgefangen werden, etwa beim Mutterschutz oder bei freiwilligen statt automatischen sozialen Sicherungen.

Angestellt vs. selbstständig: der praktische Unterschied

Als Angestellte:r bist Du stärker in kollektive Systeme eingebunden. Als Selbstständige:r musst Du häufiger aktiv wählen, prüfen, ergänzen und priorisieren. Genau deshalb ist Familienabsicherung hier Teil der Unternehmensführung.

Die größten Familienrisiken im Überblick

Für Familien von Selbstständigen sind vor allem fünf Risiken entscheidend.

  • Krankheit mit kurzfristigem Verdienstausfall
  • Dauerhafte Berufsunfähigkeit
  • Todesfall eines Einkommensbringers
  • Fehlende oder teure Absicherung von Partner und Kindern
  • Versorgungslücken im Alter

Diese Risiken hängen zusammen. Wer nur auf den eigenen Monatsbeitrag schaut und nicht auf die Absicherung von Partner oder Kindern, entscheidet im Zweifel zu kurz. Nicht alles ist gleich wichtig, aber alles hängt zusammen.

Krankenversicherung der Familie: GKV oder PKV?

Für viele selbstständige Familien ist das die erste große Grundsatzfrage. Im Familienkontext ist entscheidend: In der gesetzlichen Krankenversicherung kann eine beitragsfreie Familienversicherung möglich sein, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. In der privaten Krankenversicherung gibt es diese beitragsfreie Mitversicherung nicht.

Das heißt nicht automatisch, dass die GKV immer besser ist. Es heißt aber, dass die Entscheidung nie nur Deine persönliche Krankenversicherung ist, sondern immer auch eine Familienentscheidung.

Wann die GKV im Familienalltag besonders relevant ist

  • Wenn Kinder oder Partner mit abgesichert werden sollen
  • Wenn geprüft werden soll, ob eine beitragsfreie Familienversicherung möglich ist
  • Wenn eine eher einkommensbezogene Beitragslogik wichtig ist

Wann die PKV im Familienkontext besonders genau geprüft werden sollte

Die PKV kalkuliert personenbezogen und nicht über eine beitragsfreie Familienversicherung. Für Familien zählt deshalb nicht nur Dein Beitrag, sondern die Gesamtkosten über alle abzusichernden Personen.

Nicht nur auf den Einstiegspreis schauen

Gerade in der Gründungsphase wirkt der aktuelle Monatsbeitrag oft verlockend. Mit Familie ist aber wichtiger, wie die Lösung für den gesamten Haushalt aussieht und nicht nur für eine Einzelperson.

Wann Angehörige beitragsfrei mitversichert werden können

Eine beitragsfreie Familienversicherung kommt in der GKV nur unter bestimmten Voraussetzungen infrage. Entscheidend sind unter anderem Einkommen, Versicherungsstatus und die Frage, ob eine hauptberufliche Selbstständigkeit vorliegt.

Hauptberuflich selbstständige Angehörige sind in der Regel nicht familienversicherungsfähig. Weil Grenzwerte, Jahresstände und Einzelfälle variieren können, sollte die konkrete Prüfung immer mit der Krankenkasse erfolgen.

Typische Konstellationen, bei denen Du genauer hinschauen solltest

  • Partner:in arbeitet nur wenig mit oder verdient nebenbei: Familienversicherung kann möglich sein, muss aber konkret geprüft werden.
  • Partner:in ist selbst hauptberuflich selbstständig: Dann scheidet eine beitragsfreie Familienversicherung in der Regel aus.
  • Kinder sollen mitversichert werden: Hier ist die GKV oft besonders attraktiv, wenn die Voraussetzungen für Familienversicherung vorliegen. In der PKV gibt es diese Form nicht.

Wie sich GKV und PKV für Familien finanziell unterscheiden

Die GKV und die PKV rechnen nicht nach derselben Logik. Die GKV orientiert sich bei freiwillig versicherten Selbstständigen grundsätzlich am Einkommen. Die PKV kalkuliert personenbezogen. Im Familienalltag heißt das: In der GKV ist oft entscheidend, ob Angehörige mitversichert werden können. In der PKV ist entscheidend, wie sich die Absicherung aller Familienmitglieder in Summe darstellt.

Was Du daraus praktisch mitnehmen kannst

  • Nicht nur den eigenen Beitrag heute vergleichen
  • Die Absicherung von Partner und Kindern mitdenken
  • Die Planbarkeit der Gesamtkosten prüfen
  • Klären, ob Familienversicherung möglich ist
  • Die langfristige Einkommenssituation berücksichtigen

Einkommensausfall bei Krankheit: die oft unterschätzte Lücke

Viele Selbstständige denken bei Krankheit zuerst an Arztkosten. Für Familien ist aber oft etwas anderes das größere Problem: der ausbleibende Umsatz.

Wenn Du nicht arbeitest, kommt bei vielen Solo-Selbstständigen oder kleinen Betrieben nicht einfach weniger rein, sondern manchmal fast nichts. Laufende private Fixkosten bleiben aber bestehen, während Einnahmen wegbrechen.

Anders als viele Angestellte musst Du diesen Verdienstausfall oft aktiv mitdenken und passend absichern. Welche Lösung passt, hängt von Versicherungsstatus und Tarif ab. Gerade bei Themen wie Krankengeld, Krankentagegeld oder Mutterschutz sind pauschale Aussagen gefährlich.

Warum diese Lücke Familien besonders hart trifft

  • weniger Einnahmen
  • gleich hohe Fixkosten
  • zusätzliche Betreuungsbelastung
  • weniger Spielraum für Reserven

Nicht nur der Körper fällt aus, oft fällt das ganze System unter Druck.

Berufsunfähigkeit: Wer ersetzt das Familieneinkommen langfristig?

Wenn Du Deinen Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben kannst, trifft das Familien oft im Kern. Bei Selbstständigen hängt das Einkommen häufig stark an der Person, an Einsatz, Netzwerk, Wissen und Präsenz.

Genau deshalb wird die Berufsunfähigkeitsversicherung in vielen Ratgebern als einer der wichtigsten Absicherungsbausteine für Selbstständige hervorgehoben. Sie ist keine gesetzliche Pflicht, aus Familiensicht aber oft ein Schlüsselfaktor.

Berufsunfähigkeit ist nicht dasselbe wie Erwerbsminderung

Berufsunfähigkeit bedeutet vereinfacht, dass Du Deinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Erwerbsminderung ist ein gesetzlicher Begriff mit anderen Voraussetzungen. Für selbstständige Familien ist dieser Unterschied wichtig, weil die gesetzliche Lösung oft nicht dieselbe Schutzwirkung hat wie eine private Berufsunfähigkeitsversicherung.

Warum das in Familien zählt

Deine Familie braucht verlässliche Einnahmen. Genau deshalb ist die saubere Trennung zwischen gesetzlich vielleicht irgendwie abgesichert und im Alltag wirklich tragfähig so wichtig.

Todesfall absichern: Hinterbliebenenschutz für Partner und Kinder

Wenn Partner oder Kinder an Deinem Einkommen hängen, gehört die Frage nach dem Todesfall zur Verantwortung dazu. Es geht nicht zuerst um ein Produkt, sondern um die Frage, ob Deine Familie ohne Dein Einkommen weiterleben, wohnen und planen kann.

Wichtig sind dabei vor allem

  • laufende Lebenshaltungskosten
  • Miete oder Kredit
  • Kinderkosten
  • Betreuung
  • Ausbildungsperspektiven
  • die Zeit, die Deine Familie braucht, um sich finanziell neu zu sortieren

Welche Lösung passt, hängt stark vom Familienmodell ab. Bei einem Alleinverdiener-Haushalt ist das Thema meist dringlicher als bei zwei stabilen Einkommen. Aber auch Doppelverdiener-Familien können stark abhängig sein, wenn ein Gehalt fest eingeplant ist.

Hinterbliebenenschutz ist kein Luxus, sondern Lastenmanagement

Die eigentliche Aufgabe lautet, finanzielle Lasten abzufedern, damit Trauer nicht sofort in Existenzangst kippt.

Altersvorsorge und Erwerbsminderung: die stille Familienlücke

Viele Selbstständige schieben dieses Thema vor sich her. Altersvorsorge ist nicht laut wie eine Arztrechnung und nicht akut wie ein Umsatzausfall. Gerade deshalb wird sie oft unterschätzt.

Selbstständige müssen Altersvorsorge und Teile der Erwerbsminderungsabsicherung oft eigenständig organisieren, wenn keine gesetzliche Rentenversicherungspflicht greift. Für Familien bedeutet das: Die langfristige Vorsorge sollte trotz aller Alltagsbelastung nicht komplett vom Tisch fallen.

Erst absichern, dann ausbauen

  • akute Existenzrisiken absichern
  • Grundstruktur schaffen
  • Vorsorge schrittweise ausbauen

Das ist kein Mangel, sondern ein realistischer Plan.

Optionale gesetzliche Bausteine: freiwillige Arbeitslosenversicherung

Ein oft übersehener Punkt ist die freiwillige Arbeitslosenversicherung. Selbstständige können unter Voraussetzungen beitreten.

Sie ist kein Allheilmittel und kein Ersatz für Krankheits-, BU- oder Todesfallabsicherung. Für manche Familien kann sie aber ein sinnvoller Zusatzbaustein sein, besonders in frühen oder unsicheren Phasen der Selbstständigkeit.

Wann dieser Baustein interessant sein kann

  • wenn Du noch relativ frisch gegründet hast
  • wenn Du aus einem Angestelltenverhältnis kommst
  • wenn Deine Selbstständigkeit noch in einer unsicheren Aufbauphase steckt

Auch hier gilt: Option, nicht Pflicht. Ergänzung, nicht Fundament.

Prioritäten nach Familienmodell

Nicht jede Familie braucht dieselbe Reihenfolge. Die bessere Frage lautet: Welche Lücke würde unsere Familie am härtesten treffen?

Alleinverdienend mit Kindern

Wenn ein Einkommen den Großteil des Familienbudgets trägt, ist die Verletzlichkeit besonders hoch.

  • Einkommensschutz bei Krankheit
  • Berufsunfähigkeit
  • Hinterbliebenenschutz

Was hier zuerst zählt

Nicht möglichst viele Verträge, sondern ein funktionierendes Schutzgerüst für den Alltag.

Paar mit zwei Einkommen

Zwei Einkommen helfen, lösen aber nicht alles. Oft ist auch in Doppelverdiener-Haushalten ein Einkommen stärker für Miete, Kredit oder Kinderkosten eingeplant, als gedacht.

  • die Krankenversicherung der Angehörigen
  • die Stabilität des Haushalts bei Ausfall eines Einkommens
  • die Frage, welche Kosten auch ohne eine Person weiterlaufen

Doppelverdiener heißt nicht doppelt sicher

Zwei Einkommen können das Risiko reduzieren, aber nicht automatisch neutralisieren.

Alleinerziehend und selbstständig

Das ist oft die forderndste Konstellation. Wenn hier etwas ausfällt, fehlt nicht nur Geld, sondern auch Struktur.

  • verlässliche Krankenversicherung
  • Liquiditätsplanung bei Krankheit
  • klare Priorisierung statt Überforderung
  • ein realistischer Blick auf das, was finanziell wirklich tragbar ist

Hier ist Einfachheit Stärke

Ein schlanker, bezahlbarer Schutz ist oft wertvoller als ein theoretisch perfektes, aber praktisch nicht haltbares Vorsorgepaket.

Frisch gegründet oder Budget knapp: Was zuerst absichern?

Wenn Geld knapp ist, brauchst Du keine Schuldgefühle, sondern eine Reihenfolge.

  • Kranken- und Pflegeversicherung
  • Absicherung der laufenden Lebenshaltung bei Krankheit
  • Schutz vor langfristigem Einkommensausfall durch Berufsunfähigkeit
  • Hinterbliebenenschutz
  • Altersvorsorge in Etappen

Nicht alles sofort, nicht alles perfekt, aber das Wesentliche zuerst.

Priorisierungstabelle: Welche Risiken zuerst zählen

RisikoWarum für Familien relevantTypische Lücke bei SelbstständigenWichtige BausteinePriorität bei knappem BudgetBesonders relevant für
Kranken- und PflegekostenMedizinische Grundabsicherung ist unverzichtbarMuss eigenständig organisiert werdenGKV oder PKV, PflegeversicherungSehr hochAlle
Einkommensausfall bei KrankheitFixkosten laufen weiter, Umsatz kann ausfallenVerdienstausfall oft nicht automatisch abgefedertpassende Krankengeld- oder Krankentagegeldlösung je nach Status und TarifSehr hochAlleinverdiener, Alleinerziehende
BerufsunfähigkeitLangfristiger Wegfall des FamilieneinkommensGesetzliche Absicherung oft nicht ausreichend oder nicht passend organisiertBerufsunfähigkeitsversicherung als wichtiger Ratgeber-BausteinHochAlleinverdiener, Familien mit Kindern
TodesfallPartner und Kinder verlieren finanzielle BasisHinterbliebenenschutz muss oft aktiv geplant werdenHinterbliebenenvorsorge, je nach Bedarf passende LösungHochAlleinverdiener, Familien mit Krediten
Angehörige mitversichernFamilienkosten können stark steigenGKV-Familienversicherung nur unter Voraussetzungen, PKV ohne beitragsfreie MitversicherungPrüfung GKV oder PKV im HaushaltskontextHochFamilien mit Kindern, Einverdiener
Altersvorsorge / ErwerbsminderungSpäte Versorgungslücken belasten die Familie langfristigMuss oft weitgehend selbst aufgebaut werdenindividuelle VorsorgebausteineMittel, aber wichtigAlle

Definitionen: die wichtigsten Begriffe kurz erklärt

Die wichtigsten Begriffe lassen sich für die Familienabsicherung knapp einordnen.

Familienabsicherung

Die systematische Absicherung der finanziellen Risiken einer Familie, von Gesundheitskosten über Einkommensausfall bis zu Todesfall und Altersvorsorge.

Familienversicherung

Eine beitragsfreie Mitversicherung in der GKV, die unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist. In der PKV gibt es diese Form der beitragsfreien Familienversicherung nicht.

Hauptberufliche Selbstständigkeit

Ein wichtiges Kriterium bei der Prüfung, ob Familienversicherung möglich ist. Die Einordnung hängt nicht nur an einem einzelnen Faktor, sondern an der Gesamtbetrachtung, etwa zu Zeitaufwand und Einkommen.

Krankentagegeld

Ein Baustein zur Absicherung von Einkommensausfällen bei längerer Krankheit. Welche Lösung passt, hängt vom Versicherungsstatus und Tarif ab.

Berufsunfähigkeit

Voraussichtlich dauerhafte Unfähigkeit, den bisherigen Beruf auszuüben. Für viele Selbstständige mit Familie ein zentraler privater Absicherungsbaustein.

Erwerbsminderung

Ein gesetzlicher Begriff mit anderen Voraussetzungen als Berufsunfähigkeit. Für selbstständige Familien ist das nicht automatisch dieselbe Art von Schutz.

Hinterbliebenenvorsorge

Absicherung von Partnern und Kindern für den Fall, dass eine wirtschaftlich wichtige Person stirbt.

Häufige Fehler bei der Familienabsicherung

Viele Fehler entstehen nicht aus Leichtsinn, sondern aus Überforderung. Zwischen Business, Betreuung und Alltag rutscht das Thema leicht nach hinten.

Typische Stolpersteine sind

  • zu spät anzufangen
  • den Verdienstausfall bei Krankheit zu unterschätzen
  • nur Tarife zu vergleichen statt die Familienwirkung mitzudenken
  • auf gesetzliche Leistungen zu vertrauen, die bei Selbstständigen oft lückenhafter sind
  • alles gleichzeitig lösen zu wollen

Der häufigste Denkfehler

Nicht: Ich habe zu wenig Versicherungen. Sondern eher: Ich habe keine klare Reihenfolge.

So gehst Du die Familienabsicherung Schritt für Schritt an

Wenn Du Ordnung in das Thema bringen willst, geh nicht von Produkten aus. Geh von Deiner Familie aus.

  • Schritt 1: Familienkonstellation klären. Wer hängt finanziell an Deinem Einkommen, wer übernimmt Betreuung und gibt es ein zweites stabiles Einkommen?
  • Schritt 2: Krankenversicherung im Familienkontext prüfen. Ist GKV oder PKV sinnvoller und können Angehörige möglicherweise familienversichert werden?
  • Schritt 3: Fixkosten und Abhängigkeiten auflisten. Was muss jeden Monat sicher bezahlt werden?
  • Schritt 4: Akute Risiken zuerst absichern. Was passiert bei zwei Wochen, sechs Wochen oder sechs Monaten Ausfall?
  • Schritt 5: Langfristige Vorsorge ergänzen. Wenn die Basis steht, werden Altersvorsorge und weitere Bausteine schrittweise ausgebaut.

Nächster Schritt für Dich

Wenn Du magst, geh heute noch diese drei Punkte durch.

  • Wie ist Deine Familie aktuell krankenversichert?
  • Was passiert finanziell, wenn Du morgen vier Wochen ausfällst?
  • Wie würde Deine Familie ohne Dein Einkommen zurechtkommen?

Wenn Du diese Fragen sauber beantworten kannst, bist Du schon weiter als viele andere Selbstständige.

Wenn Du Deine Familienabsicherung strukturiert angehen willst, starte mit einer einfachen Bestandsaufnahme statt mit Produktvergleich. Schau Dir zuerst Eure Fixkosten, Einkommensabhängigkeiten und den Krankenversicherungsstatus der Familie an. Danach lassen sich die nächsten Schritte viel klarer entscheiden.

Welche Lücke macht Dir mit Blick auf Deine Familie gerade am meisten Bauchschmerzen: Krankheit, Berufsunfähigkeit, Krankenversicherung oder Altersvorsorge?

Fazit: Familienabsicherung ist kein Papierstapel, sondern ein Schutzplan

Wenn Du selbstständig bist und Menschen auf Dich zählen, dann ist Absicherung nicht kleinlich, sondern klug. Du musst nicht alles sofort perfekt lösen, aber Du solltest die großen Lücken kennen und in der richtigen Reihenfolge schließen: erst Gesundheit, dann Liquidität, dann langfristiges Einkommen, dann Schutz für Partner und Kinder und danach die Vorsorge. So wird aus einem diffusen Versicherungsthema ein klarer, tragfähiger Plan.

Frequently Asked Questions

An erster Stelle steht die Kranken- und Pflegeversicherung, weil sie Pflicht ist und die medizinische Grundabsicherung sichert. Danach folgen aus Familiensicht vor allem der Einkommensschutz bei Krankheit, Berufsunfähigkeit und der Hinterbliebenenschutz.
Nicht pauschal. Im Familienkontext ist die GKV aber oft besonders relevant, weil dort eine beitragsfreie Familienversicherung möglich sein kann, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. In der PKV gibt es diese Form der beitragsfreien Mitversicherung nicht.
In der gesetzlichen Krankenversicherung kann das möglich sein, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Entscheidend sind unter anderem Einkommen, Versicherungsstatus und die Frage, ob eine hauptberufliche Selbstständigkeit vorliegt. In der PKV gibt es keine beitragsfreie Familienversicherung.
Sie ist keine gesetzliche Pflicht, wird aber in vielen Ratgebern als besonders wichtiger Baustein eingeordnet. Der Grund ist, dass bei dauerhafter Berufsunfähigkeit oft das zentrale Familieneinkommen wegfällt.
Dann gilt: Pflichtschutz und existenzielle Risiken zuerst. Also zunächst Kranken- und Pflegeversicherung, dann Einkommensschutz bei Krankheit oder Berufsunfähigkeit, danach Hinterbliebenenschutz. Weitere Bausteine wie Altersvorsorge können später folgen.

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