Illustration eines Gründers und einer Beraterin am Schreibtisch bei der Erstellung eines monatlichen Liquiditätsplans mit Laptop, Taschenrechner, Belegen, Kalender, Sparschwein und Cashflow-Diagramm.

Businessplan-Liquiditätsplan erstellen: Anleitung, Beispiel und Vorlage für Gründer

Zusammenfassung

Ein Liquiditätsplan im Businessplan zeigt nicht den Gewinn, sondern die geplanten Ein- und Auszahlungen und damit, ob Dein Unternehmen zahlungsfähig bleibt. Für Gründer ist eine monatliche Planung über 12 bis 24 Monate üblich. Die Grundlogik lautet: Anfangsbestand plus Einzahlungen minus Auszahlungen ergibt den Saldo; daraus folgt der Endbestand.

  • Ein Liquiditätsplan im Businessplan zeigt nicht den Gewinn, sondern die geplanten Ein- und Auszahlungen und damit, ob Dein Unternehmen zahlungsfähig bleibt.
  • Für Gründer ist eine monatliche Planung über 12 bis 24 Monate üblich.
  • Die Grundlogik ist einfach: Anfangsbestand plus Einzahlungen minus Auszahlungen ergibt den Saldo; daraus folgt der Endbestand.
  • Der Liquiditätsplan gehört in den Finanzplan Deines Businessplans und sollte mit Umsatz-, Kosten-, Investitions- und Rentabilitätsplanung zusammenpassen.
  • Typische Fehler sind zu optimistische Umsatzannahmen, die Planung nach Rechnungsdatum statt Zahlungseingang, fehlende Steuerreserven und nicht berücksichtigte Schwankungen.
  • Besonders nützlich wird der Plan, wenn Du ihn rollierend aktualisierst und mit echten Ist-Zahlen abgleichst.
  • Ein Liquiditätspuffer ist meist sinnvoll, die passende Höhe hängt aber von Deinem Geschäftsmodell und Deinen Zahlungsrisiken ab.

Das Wichtigste zuerst: So baust Du einen Liquiditätsplan im Businessplan auf

Ein Liquiditätsplan für den Businessplan wird meist monatlich über 12 bis 24 Monate aufgebaut. Pro Monat erfasst Du den Anfangsbestand, planst realistische Einzahlungen und Auszahlungen, berechnest daraus den Saldo und schreibst den Endbestand in den nächsten Monat fort. So erkennst Du früh, ob in einem bestimmten Monat Geld fehlt, obwohl Dein Geschäft auf dem Papier gut aussieht.

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Was ist ein Liquiditätsplan im Businessplan?

Der Liquiditätsplan ist der Teil des Finanzplans im Businessplan, der zeigt, wann Geld tatsächlich auf Deinem Konto eingeht und wann es wieder abfließt. Sein Zweck ist nicht, Deinen Gewinn darzustellen, sondern Deine Zahlungsfähigkeit sichtbar zu machen. Gerade in der Gründung ist das entscheidend, weil zwischen Rechnung, Zahlungseingang, Anschaffungen und Steuern oft Wochen oder Monate liegen.

Warum der Liquiditätsplan für Gründer so wichtig ist

In der frühen Phase zählt nicht nur, ob Geld verdient wird, sondern wann es kommt. Wenn Kunden spät zahlen, aber Miete, Tools, Beiträge oder Löhne pünktlich abgehen, entsteht schnell ein Engpass. Der Liquiditätsplan macht solche Lücken sichtbar, bevor sie kritisch werden.

  • Reicht mein Startkapital wirklich?
  • Wann brauche ich Reserven?
  • Welche Monate werden eng?
  • Muss ich Preise, Zahlungsziele oder Investitionen anpassen?

Liquiditätsplan, Gewinn, Rentabilitätsplan und Cashflow: der Unterschied

Der Liquiditätsplan zeigt, wann Geld tatsächlich ein- und ausgeht. Der Rentabilitätsplan zeigt, ob Dein Geschäftsmodell wirtschaftlich tragfähig ist und Gewinn erwirtschaftet. Gewinn ist ein Erfolgsergebnis, aber nicht automatisch verfügbares Geld auf dem Konto. Ein Unternehmen kann rentabel sein und trotzdem einen Liquiditätsengpass haben.

Welche Positionen in den Liquiditätsplan gehören

In den Liquiditätsplan gehören nur zahlungswirksame Positionen. Also alles, was wirklich Geld bewegt. Rein buchhalterische Größen ohne tatsächlichen Geldfluss, etwa Abschreibungen, gehören nicht hinein.

Typische Einzahlungen

  • Umsatzeinzahlungen
  • Einlagen
  • Darlehensauszahlungen
  • Zuschüsse

Typische Auszahlungen

  • Miete
  • Software und Tools
  • Wareneinsatz
  • Gehälter
  • Sozialabgaben
  • Steuern
  • Investitionen
  • Kreditraten
  • Leasingraten
  • Privatentnahmen

Liquiditätsplan erstellen in 5 Schritten

Wenn Du es einfach und sauber halten willst, arbeite mit einer festen 5-Schritte-Logik. Sie ist robust, verständlich und für viele Gründungen völlig ausreichend.

Schritt 1: Anfangsbestand zum Start des Monats erfassen

Der Anfangsbestand ist das verfügbare Guthaben zu Beginn des Monats, zum Beispiel auf Deinem Bankkonto oder in der Kasse. Er ist die Basis für alles, was folgt. Wichtig ist, sauber zwischen tatsächlich verfügbarem Geld, fest zugesagten Mitteln und nur erhofften Mitteln zu trennen.

Schritt 2: Einzahlungen realistisch planen

Der häufigste Fehler ist die Planung nach Rechnungsdatum statt nach Zahlungseingang. Plane also nicht, wann Du eine Rechnung schreibst, sondern wann das Geld voraussichtlich wirklich kommt. Berücksichtige Zahlungsziele, verspätete Kundenzahlungen, Stornos, Anlaufzeiten im Vertrieb und saisonale Schwankungen.

Schritt 3: Auszahlungen vollständig erfassen

Auf der Auszahlungsseite brauchst Du Vollständigkeit statt Wunschdenken. Viele Engpässe entstehen nicht, weil zu wenig Umsatz geplant wurde, sondern weil Zahlungen vergessen wurden. Besonders heikel sind unterschätzte Steuern und schwankende oder verspätete Kundenzahlungen.

  • Steuervorauszahlungen
  • Kautionen
  • Einmalkosten zum Start
  • spätere Ersatzanschaffungen
  • Versicherungen
  • Beiträge
  • Kredit- oder Leasingraten

Schritt 4: Saldo berechnen

Der Monatssaldo ergibt sich aus Einzahlungen minus Auszahlungen. Ein positiver Saldo bedeutet, dass in diesem Monat mehr Geld hineinfließt als hinaus. Ein negativer Saldo bedeutet, dass Du von Deinem Bestand zehrst.

Monatslogik im Liquiditätsplan

  • Anfangsbestand erfassen
  • Einzahlungen addieren
  • Auszahlungen addieren
  • Saldo berechnen
  • Endbestand fortschreiben

Schritt 5: Endbestand fortschreiben und Engpässe erkennen

Der Endbestand ergibt sich aus Anfangsbestand plus Saldo. Dieser Endbestand wird zum Anfangsbestand des nächsten Monats. Genau dadurch erkennst Du Entwicklungen über mehrere Monate hinweg und nicht nur einzelne Momentaufnahmen.

Beispiel: So kann eine Monatslogik im Liquiditätsplan aussehen

Ein gutes Beispiel muss nicht riesig sein. Es muss logisch sein. Du brauchst keine Hochglanz-Finanzwelt, sondern eine Tabelle, die ehrlich zeigt, was in welchem Monat passiert.

Vorlage aufbauen: Welche Spalten und Zeilen Du brauchst

PositionJanFebMär
Anfangsbestand8.000 €6.700 €7.400 €
Umsatzeinzahlungen2.500 €4.000 €5.500 €
Sonstige Einzahlungen1.000 €0 €0 €
Summe Einzahlungen3.500 €4.000 €5.500 €
Miete800 €800 €800 €
Personal1.500 €1.500 €1.500 €
Software/Tools200 €200 €200 €
Marketing600 €400 €600 €
Steuern/Rücklagen500 €500 €700 €
Investitionen1.000 €0 €500 €
Kreditraten/Leasing200 €200 €200 €
Privatentnahmen0 €300 €400 €
Summe Auszahlungen4.800 €3.900 €4.900 €
Saldo-1.300 €100 €600 €
Endbestand6.700 €6.800 €7.400 €

Was Du aus dem Beispiel sofort lesen kannst

Im Januar ist der Saldo negativ. Das ist nicht automatisch dramatisch, aber es ist ein Signal. Vielleicht ist das normal wegen Anlaufkosten. Vielleicht zeigt es auch, dass Umsatz später kommt als Kosten.

Was das Beispiel nicht zeigt

Es ersetzt keine individuelle Finanzplanung. Je nach Geschäftsmodell brauchst Du weitere Zeilen, zum Beispiel für Wareneinsatz, Umsatzsteuer, Versicherungen oder saisonale Einnahmespitzen. Die Vorlage ist ein Gerüst, kein Gefängnis.

So lang sollte der Planungszeitraum sein

Für Gründer ist eine monatliche Planung über 12 Monate meist das Minimum. 24 Monate sind oft sinnvoll, wenn Deine Anlaufphase länger dauert oder Deine Zahlungsströme schwanken. Je unsicherer die Einnahmen und je höher die Vorlaufkosten, desto länger sollte Dein Planungshorizont sein.

  • Du erst langsam Kunden gewinnst
  • hohe Anfangsinvestitionen anfallen
  • saisonale Umsätze typisch sind
  • Kunden lange Zahlungsziele haben
  • Förder- oder Finanzierungsbausteine zeitversetzt fließen

Liquiditätsengpässe früh erkennen: typische Warnsignale

Liquiditätsengpässe entstehen oft nicht plötzlich, sondern schleichend. Der Plan zeigt Dir diese Muster früh.

Typische Warnsignale

  • mehrere negative Monatssalden hintereinander
  • sinkende Endbestände
  • ausbleibende oder verspätete Kundenzahlungen
  • fehlende Steuerreserven
  • Monate mit hohen Einmalzahlungen
  • zu knapper oder gar kein Puffer

Was Du gegen drohende Engpässe tun kannst

Zuerst brauchst Du Ursachenforschung statt Aktionismus. Frage Dich, ob es an zu späten Einzahlungen, zu hohen Fixkosten, einer zu frühen Investition oder unrealistischen Annahmen liegt. Dann solltest Du gezielt steuern statt blind zu sparen.

  • Rechnungen schneller stellen
  • Zahlungsziele anpassen
  • Mahnprozesse sauber aufsetzen
  • Kosten zeitlich staffeln
  • Investitionen verschieben
  • Reserven aufbauen
  • Finanzierungsoptionen prüfen

Best Practice: rollierende Liquiditätsplanung und Soll-Ist-Vergleich

Ein Liquiditätsplan bringt Dir am meisten, wenn er lebt. Besser ist eine rollierende Planung: Du vergleichst regelmäßig Deine geplanten Werte mit den tatsächlichen Ein- und Auszahlungen und passt die kommenden Monate an. Dadurch merkst Du früh, wenn Annahmen zu optimistisch waren oder neue Risiken auftauchen.

Ein einfacher Rhythmus

  • Monatsende: Ist-Werte eintragen
  • Abweichungen prüfen
  • Ursachen verstehen
  • die nächsten Monate aktualisieren

Häufige Fehler beim Erstellen eines Liquiditätsplans

Die häufigsten Fehler sind erstaunlich menschlich. Man glaubt an die eigene Idee, rechnet mit Schwung und blendet Reibung aus. Ein guter Liquiditätsplan ist ehrlich und belastbar.

  • zu optimistische Umsatzannahmen
  • Planung nach Rechnungsstellung statt Zahlungseingang
  • vergessene Steuerzahlungen oder Sozialabgaben
  • fehlende Privatentnahmen
  • nicht berücksichtigte Investitionen
  • ein zu kurzer Planungshorizont
  • Verwechslung von Gewinn und Liquidität

Definitionsbereich: die wichtigsten Begriffe kurz erklärt

Die wichtigsten Begriffe helfen Dir, den Aufbau eines Liquiditätsplans sauber zu verstehen und typische Denkfehler zu vermeiden.

  • Liquiditätsplan: Monatliche Gegenüberstellung geplanter Ein- und Auszahlungen zur Beurteilung der Zahlungsfähigkeit.
  • Liquidität: Die Fähigkeit, fällige Zahlungen jederzeit leisten zu können.
  • Anfangsbestand: Das verfügbare Guthaben zu Beginn eines Planungsmonats.
  • Einzahlungen: Tatsächlich erwartete Geldzuflüsse im betrachteten Zeitraum.
  • Auszahlungen: Tatsächlich erwartete Geldabflüsse im betrachteten Zeitraum.
  • Saldo: Die Differenz aus Einzahlungen und Auszahlungen eines Monats.
  • Endbestand: Anfangsbestand plus Saldo; dieser Wert wird in den nächsten Monat übernommen.
  • Rentabilitätsplan: Teil des Finanzplans, der zeigt, ob das Geschäftsmodell wirtschaftlich tragfähig ist und Gewinn erwirtschaftet.
  • Cashflow: Im Gründerkontext oft vereinfacht als Zahlungsstrom verstanden; also die Logik von Geldzuflüssen und Geldabflüssen.
  • Liquiditätspuffer: Eine Reserve, die unerwartete oder verspätete Zahlungsströme abfedern soll.

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