Illustration eines selbstständigen Gründers am Schreibtisch mit Beraterin, Unterlagen zu gesetzlicher und privater Krankenversicherung sowie Bausteinen für Krankheitsabsicherung und Berufsunfähigkeit.

Krankenversicherung für Selbstständige in der Gründung: GKV oder PKV, Krankentagegeld und BU richtig kombinieren

Gründen heißt oft: volle Energie, volle Verantwortung, volle Freiheit. Genau deshalb ist es wichtig, dass Deine Absicherung nicht nur Arztkosten abdeckt, sondern auch dann trägt, wenn Du wegen Krankheit vorübergehend oder länger nicht arbeiten kannst.

Kurz gesagt: Die passende Lösung für Gründer ist selten nur GKV oder PKV. Es geht fast immer um drei Ebenen gleichzeitig: Kranken- und Pflegeversicherung, Schutz bei vorübergehendem Verdienstausfall und Absicherung bei längerer oder dauerhafter Einschränkung der Arbeitskraft.

TL;DR: Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

  • Selbstständige in Deutschland brauchen eine Kranken- und Pflegeversicherung. Die erste Grundsatzentscheidung ist meist freiwillige GKV oder PKV, jeweils nur unter passenden Voraussetzungen.
  • Die Krankenversicherung allein ersetzt noch keinen Verdienstausfall. In der GKV ist Krankengeld für Selbstständige nicht automatisch enthalten, und in der PKV brauchst Du meist eine separate Lösung über Krankentagegeld.
  • Krankentagegeld und Berufsunfähigkeitsversicherung lösen verschiedene Probleme. Krankentagegeld hilft bei vorübergehender Krankheit nach einer Karenzzeit, BU zielt auf längere oder dauerhafte Einschränkungen im Beruf.
  • Wenn das Budget knapp ist, hilft eine klare Reihenfolge: erst Pflichtabsicherung sichern, dann kurze Einkommensausfälle prüfen, danach BU nach Risiko und Finanzlage priorisieren.
  • Zahlen und Tarifdetails ändern sich. Mindestbemessungsgrundlagen, Zusatzbeiträge, Familienversicherungsgrenzen und Wahltarife solltest Du immer mit aktuellem Stand und Quelle prüfen.

Die passende Krankenversicherung für Selbstständige in der Gründung besteht also nicht nur aus der Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Entscheidend ist auch, wie Einkommensausfälle bei Krankheit abgesichert werden: Die Krankenversicherung übernimmt in erster Linie Behandlungskosten, Krankengeld oder Krankentagegeld federn vorübergehende Verdienstausfälle ab, und eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt vor längerfristigem oder dauerhaftem Verlust der Arbeitskraft. Für Gründer ist daher nicht ein einzelnes Produkt entscheidend, sondern eine abgestimmte Kombination aus Pflichtabsicherung und Einkommensschutz.

Schnelle Antwort: Welche Absicherung brauchen Gründer wirklich?

Wenn Du gerade gründest, brauchst Du nicht einfach irgendeine Versicherung. Du brauchst ein sauberes Sicherheitsnetz in drei Schichten.

  • Kranken- und Pflegeversicherung als Pflichtabsicherung
  • Schutz bei vorübergehender Krankheit, wenn Einnahmen ausfallen
  • Schutz bei längerer oder dauerhafter Berufsunfähigkeit, wenn Dein Beruf auf Dauer nicht mehr geht

Das ist wie bei einem guten Dach: Die erste Schicht hält den Regen ab, die zweite stoppt das Tropfen, die dritte schützt das ganze Haus, wenn der Sturm länger bleibt. Viele Gründer kümmern sich nur um die erste Schicht. Das Problem zeigt sich dann nicht beim Arztbesuch, sondern Wochen später auf dem Geschäftskonto.

Nach Angaben des BMWK-Existenzgründungsportals müssen Selbstständige in Deutschland eine Kranken- und Pflegeversicherung haben. Diese Pflicht regelt aber vor allem die medizinische Grundabsicherung und nicht automatisch Deinen laufenden Lebensunterhalt bei Krankheit. Deshalb solltest Du von Anfang an trennen zwischen Behandlungskosten und Einkommensschutz.

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Was für Selbstständige Pflicht ist: Kranken- und Pflegeversicherung

Sobald Du Dich selbstständig machst, kommst Du um dieses Thema nicht herum: Krankenversicherung und Pflegeversicherung sind Pflicht. Das ist die Basis, ohne die Deine Gründung auf wackligem Boden steht.

Das BMWK weist außerdem darauf hin, dass in der GKV die soziale Pflegeversicherung mitläuft, während Du sie in der PKV zusätzlich abschließen musst. Das wirkt auf den ersten Blick wie ein Detail, ist in der Praxis aber wichtig, weil es die tatsächliche Struktur Deiner Absicherung beeinflusst.

Was diese Pflicht absichert – und was nicht

Die Pflichtversicherung sorgt vor allem dafür, dass medizinische Leistungen abgesichert sind. Sie beantwortet aber nicht automatisch die Frage, was mit Deinen laufenden Kosten passiert, wenn Du mehrere Wochen ausfällst.

  • Was passiert mit Deinen laufenden Kosten, wenn Du mehrere Wochen ausfällst?
  • Wer zahlt Miete, Software, Leasing oder private Fixkosten, wenn keine Rechnung mehr rausgeht?
  • Wie lange kannst Du ohne Einnahmen überbrücken?

Genau hier beginnt der Teil, den viele Gründer anfangs unterschätzen. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil in der Gründungsphase so vieles gleichzeitig passiert. Erst Logo, dann Website, dann Steuerkram und das Thema Einkommensschutz rutscht nach hinten. Verständlich, aber riskant.

Zusätzliche Pflichten können je nach Branche dazukommen

Je nach Tätigkeit können weitere Pflichtversicherungen oder Pflichtsysteme relevant sein. Das BMWK weist darauf hin, dass dies branchenabhängig ist. Wenn Du also in einem reglementierten oder kammernahen Bereich gründest, reicht der Blick auf die Krankenversicherung allein nicht immer aus.

GKV oder PKV in der Gründung: die Systementscheidung

Für viele Gründer fühlt sich diese Entscheidung an wie ein Preisvergleich. Ist sie aber nicht. GKV oder PKV ist eine Systementscheidung.

  • Unter welchen Voraussetzungen kommst Du überhaupt in das jeweilige System?
  • Wie werden Beiträge berechnet?
  • Was passiert mit Familie und Pflegeversicherung?
  • Wie flexibel ist die Lösung in Deiner aktuellen Lebenslage?

Laut BMWK können Selbstständige grundsätzlich zwischen freiwilliger gesetzlicher Krankenversicherung und privater Krankenversicherung wählen, abhängig von den persönlichen Voraussetzungen. Genau dieser Zusatz ist wichtig. Denn nicht jede selbstständige Person kann das einfach frei aus dem Bauch heraus entscheiden.

Warum diese Wahl mehr als eine Preisfrage ist

Gerade in der Gründung ist die Versuchung groß, nur auf den Monatsbeitrag zu schauen. Verständlich: Cashflow zählt. Aber bei der Krankenversicherung zählt eben auch, wie gut das System zu Deinem Leben passt, auch wenn Dein Einkommen schwankt, Deine Familie wächst oder Deine Rücklagen noch dünn sind.

GKV vs. PKV für Gründer im Überblick

ThemaFreiwillige GKVPKV
Zugang / VoraussetzungenFür Gründer typischerweise unter bestimmten Voraussetzungen möglich, oft mit Bezug zur vorherigen gesetzlichen VersicherungEbenfalls grundsätzlich möglich, abhängig von der persönlichen Ausgangslage
BeitragslogikBeiträge richten sich grundsätzlich nach Einkommen, Kassenbeitragssatz und BeitragsbemessungsgrenzeAndere Beitragslogik als die GKV; kein pauschaler besser oder günstiger Schluss
PflegeversicherungSoziale Pflegeversicherung ist integriertPflegeversicherung muss zusätzlich abgeschlossen werden
FamilienabsicherungFamilienversicherung kann unter bestimmten Voraussetzungen relevant seinKeine Familienversicherung wie in der GKV
Einkommensschutz bei KrankheitKrankengeld für Selbstständige nicht automatisch enthalten; Anspruch muss geprüft bzw. gewählt werdenTypischerweise über separates Krankentagegeld zu lösen
Wichtiger HinweisKassen- und regelabhängige Details beachtenTarifbedingungen und langfristige Passung genau prüfen

Freiwillige gesetzliche Krankenversicherung: wann sie für Gründer oft naheliegt

Die freiwillige GKV ist für viele Gründer deshalb interessant, weil sie nach klaren Regeln funktioniert und an mehreren Stellen planbar wirkt. Nach Angaben der IKK Südwest orientieren sich die Beiträge für Selbstständige grundsätzlich am Einkommen, am Beitragssatz der Kasse und an der Beitragsbemessungsgrenze. Gleichzeitig gibt es eine Mindestbemessungsgrundlage, unter die die beitragspflichtigen Einkünfte nicht fallen.

Das ist wichtig, weil gerade in der Startphase oft weniger reinkommt, als man gehofft hat. Viele Gründer denken dann: Wenn mein Einkommen niedrig ist, sinkt der Beitrag automatisch auf fast null. So einfach ist es nicht. Die Mindestbemessungsgrundlage setzt hier einen Rahmen. Konkrete Werte solltest Du aber immer mit aktuellem Stand prüfen, weil sie sich ändern können.

Wann die GKV für Gründer oft gut passt

Die GKV wirkt für viele Gründer naheliegend, wenn Dir diese Punkte wichtig sind:

  • einkommensbezogene Logik
  • planbare Grundstruktur
  • mögliche Relevanz der Familienversicherung
  • ein System, das Du vielleicht schon aus Deiner vorherigen Anstellung kennst

Laut BMWK hängt eine freiwillige Mitgliedschaft in der GKV für Gründer in der Regel auch von der vorherigen gesetzlichen Versicherung ab. Deshalb sollte dieser Punkt früh geprüft werden und nicht erst, wenn die Selbstständigkeit schon läuft.

Der oft übersehene Punkt: Krankengeld ist nicht automatisch dabei

Hier passiert der klassische Denkfehler. Viele setzen GKV gleich automatisch auch Einkommensschutz. Laut IKK Südwest stimmt das für Selbstständige so nicht: Krankengeld ist typischerweise nicht automatisch enthalten, sondern muss aktiv gewählt oder passend gestaltet werden.

Und genau deshalb reicht die Frage GKV oder PKV allein nicht aus. Die wichtigere Anschlussfrage ist oft: Wie sicherst Du Deinen Verdienstausfall ab?

Private Krankenversicherung: wann sie in Betracht kommt

Auch die PKV kann für Gründer eine sinnvolle Option sein. Aber eben nicht als allgemeines Rezept, sondern nur dann, wenn sie zu Deiner Situation passt. Das BMWK ordnet die PKV als eine der möglichen Lösungen für Selbstständige ein. Gleichzeitig gilt: Die Struktur ist anders als in der GKV, bei der Pflegeversicherung ebenso wie bei der Familienabsicherung.

Was Du bei der PKV sachlich mitdenken solltest

Die PKV ist keine bessere GKV, und die GKV ist keine langweilige Standardlösung. Das sind zwei verschiedene Systeme. Gerade deshalb lohnt es sich, nicht in Schwarz-Weiß zu denken. Nicht nur auf den Startbeitrag schauen, nicht nur auf Werbeversprechen, sondern auch auf das, was morgen trägt.

Warum die Einkommensfrage hier noch wichtiger wird

Wenn Du privat krankenversichert bist, musst Du den Schutz bei krankheitsbedingtem Verdienstausfall typischerweise separat mitdenken. Das macht die Entscheidung nicht schlechter, nur vollständiger. Die Krankenversicherung deckt eben auch hier zuerst die medizinische Versorgung ab. Die Frage nach laufenden Einnahmen bleibt eine eigene Baustelle.

Die häufig übersehene Lücke: Warum die Krankenversicherung allein nicht reicht

Die Krankenversicherung übernimmt in erster Linie Behandlungskosten. Für Selbstständige ist das wichtig, aber eben nur die halbe Miete.

  • Du kannst nicht oder nur eingeschränkt arbeiten.
  • Gleichzeitig laufen Deine privaten und geschäftlichen Kosten weiter.

Das ist die eigentliche Lücke. Nicht die Arztrechnung, sondern der fehlende Umsatz. Gerade Solo-Selbstständige spüren das sofort. Kein Auftrag, kein Honorar. Keine Leistung, keine Rechnung. Kein Output, kein Einkommen. Und genau deshalb ist die Frage nach Krankengeld, Krankentagegeld oder BU keine Kür, sondern Teil einer realistischen Gründungsplanung.

Krankengeld in der GKV und Krankentagegeld: Schutz bei vorübergehender Krankheit

Wenn Du wegen Krankheit nur vorübergehend ausfällst, brauchst Du keinen Schutz für den Rest Deines Berufslebens, sondern eine Lösung für die Wochen oder Monate dazwischen. Genau darum geht es bei Krankengeld in der GKV und beim Krankentagegeld.

Laut IKK Südwest ist Krankengeld für Selbstständige in der GKV nicht automatisch enthalten. Ein Anspruch muss aktiv gewählt werden. Außerdem kann es je nach Kasse Wahltarife geben, die einen anderen Leistungsbeginn ermöglichen. Solche Tarife sind oft an Bedingungen wie eine Bindung an die Krankenkasse geknüpft.

Nach Einordnung von Lexware wird Krankentagegeld typischerweise ab einer vereinbarten Karenzzeit und bei lückenloser Krankschreibung gezahlt. Auch hier gilt: Der konkrete Beginn hängt vom Tarif ab.

Was ist der praktische Unterschied?

In der Praxis geht es um eine einfache Frage: Ab wann brauchst Du Geld, wenn Du ausfällst? Wenn Du Rücklagen für zwei Monate hast, denkst Du anders über Karenzzeiten nach als jemand, der schon nach drei Wochen Druck bekommt. Deshalb ist die richtige Lösung selten die beste am Markt, sondern eher die passendste für Deinen Puffer.

Worauf Du beim Leistungsbeginn achten solltest

Die Karenzzeit ist der Zeitraum zwischen Beginn der Arbeitsunfähigkeit und Start der Leistung. Sie entscheidet mit darüber, ob Du einen kurzen Ausfall noch aus eigener Tasche auffangen kannst oder nicht.

  • Karenzzeit ist nicht nur ein Tarifdetail.
  • Rücklagen und Fixkosten bestimmen, was sinnvoll ist.
  • Beispielhafte Denklogik statt pauschaler Regel: Versicherungen sollen zu Deinem Geschäftsmodell passen, nicht umgekehrt.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Schutz bei langer oder dauerhafter Einschränkung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung deckt ein anderes Risiko als Krankentagegeld. Sie ist für den Fall gedacht, dass Du Deinen Beruf längerfristig oder dauerhaft nicht mehr so ausüben kannst, wie es nötig wäre.

Nach Einordnung von Für Gründer gehört die BU zu den zentralen Absicherungen, wenn der Verlust der Arbeitskraft existenziell wäre.

Das heißt aber nicht, dass jede gründende Person sofort und bedingungslos eine BU abschließen muss. Ob sie für Dich priorisiert werden sollte, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Deinem Beruf und dessen Risiko
  • Deinen Rücklagen
  • Deiner familiären Situation
  • Deinem Gesundheitszustand
  • Deinem Budget

Warum BU keine Alternative zum Krankentagegeld ist

Hier entsteht oft Verwirrung. Wer BU hört, denkt an Absicherung bei Krankheit. Das stimmt nur zum Teil. Denn Krankheit ist nicht automatisch Berufsunfähigkeit. Das eine Produkt hilft meist, wenn Du vorübergehend ausfällst. Das andere greift, wenn Du Deinen Beruf längerfristig oder dauerhaft nicht mehr ausüben kannst.

Tarifbedingungen sind entscheidend

Die genaue Definition, wann eine BU leistet und wie lange sie zahlt, ist tarifabhängig. Deshalb solltest Du keine pauschale Standardformel als allgemeingültig verstehen. Dieser Punkt ist besonders wichtig, weil verkürzte Aussagen online oft mehr Sicherheit versprechen, als der konkrete Vertrag später hält.

Krankentagegeld vs. BU: Was deckt welche Lücke?

FrageKrankengeld / KrankentagegeldBerufsunfähigkeitsversicherung
Worum geht es?Vorübergehender Verdienstausfall bei KrankheitLängerfristige oder dauerhafte Einschränkung im Beruf
AuslöserArbeitsunfähigkeit wegen KrankheitBeruf kann auf Dauer oder längere Zeit nicht mehr ausgeübt werden, je nach Tarif
LeistungsbeginnTypischerweise nach vereinbartem oder systembedingtem Beginn / KarenzzeitNach Maßgabe der Tarifbedingungen
LeistungsdauerSolange die Voraussetzungen der vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit erfüllt sind, nach Regelwerk oder TarifNach Tarifbedingungen, oft auf längere Zeit ausgerichtet
ZweckLaufende Kosten während einer Krankheitsphase überbrückenExistenz absichern, wenn Deine Arbeitskraft langfristig wegbricht
Ersatz füreinander?NeinNein

Die einfache Merkhilfe

Wenn Du es auf einen Satz runterbrechen willst: Krankentagegeld schützt Dein Einkommen, wenn Du vorübergehend krank bist. BU schützt Deine Existenz, wenn Dein Beruf langfristig nicht mehr geht. Beides klingt ähnlich, ist es aber nicht. Wie Regenschirm und Dach: Der Schirm hilft Dir durch den Schauer, das Dach durch den langen Winter.

Wie Gründer die Reihenfolge festlegen: erst Pflicht, dann Einkommensschutz, dann BU-Prüfung

Wenn Dein Budget nicht endlos ist und das ist in der Gründung eher die Regel als die Ausnahme, brauchst Du keine perfekte Versicherungsmatrix. Du brauchst eine klare Priorität.

5-Punkte-Checkliste bei knappem Budget

Nach einer praxisnahen Logik, wie sie auch von Gründerportalen zur Risikoanalyse nahegelegt wird, ist diese Reihenfolge für viele Gründer sinnvoll:

  • Kranken- und Pflegeversicherung sauber klären. Ohne diese Basis fehlt die Pflichtabsicherung.
  • Eigene Rücklagen ehrlich prüfen. Wie viele Wochen oder Monate kommst Du ohne Einnahmen aus?
  • Fixkosten sichtbar machen. Privat und geschäftlich, nicht geschätzt, sondern aufgeschrieben.
  • Kurzfristigen Einkommensschutz prüfen. Also: Krankengeld in der GKV, Wahltarife oder Krankentagegeld je nach System und Situation.
  • BU danach strategisch bewerten. Nicht aus Panik, nicht aus Prinzip, sondern nach Berufsrisiko, Finanzlage und langfristiger Tragweite.

Warum diese Reihenfolge oft so gut funktioniert

Weil sie Dir Luft gibt. Erst die Pflicht, dann die wahrscheinlichste Lücke, dann die große Langfristfrage. Nicht alles auf einmal. Nicht alles maximal. Sondern Schritt für Schritt, sinnvoll statt symbolisch.

Typische Gründungssituationen: worauf Freiberufler, Solo-Selbstständige und Gründer mit Familie achten

Nicht jede Gründung sieht gleich aus. Und genau deshalb gibt es auch keine Einheitslösung.

Solo-Selbstständige ohne großes Polster

Wenn Du allein gründest und stark von Deiner eigenen Arbeitsleistung abhängst, ist der Ausfall oft sofort spürbar. Dann ist die Frage nach kurzfristigem Einkommensschutz besonders wichtig, weil niemand Deinen Umsatz nebenbei auffängt.

Gründer mit Familie

Hier spielt das Thema Familienversicherung unter Umständen eine große Rolle. Die Gründerplattform weist darauf hin, dass eine Familienversicherung bei geringem Einkommen unter bestimmten Voraussetzungen fortbestehen kann. Die genauen Grenzen und Bedingungen sind allerdings zeit- und kontextabhängig.

Gerade bei Familien lohnt sich deshalb ein doppelter Blick: auf die monatlichen Beiträge und auf die Frage, wie Partner oder Kinder mit abgesichert werden.

Gründer aus der vorherigen Anstellung

Wer vor der Selbstständigkeit angestellt war, sollte besonders früh prüfen, wie die bisherige Versicherungssituation den Wechsel beeinflusst. Laut BMWK hängt die freiwillige GKV für Gründer in der Regel mit der vorherigen gesetzlichen Versicherung zusammen.

Nebenberuflich oder hauptberuflich?

Auch das kann einen Unterschied machen. Denn die Einordnung Deiner Tätigkeit beeinflusst oft, welche Regeln praktisch relevant werden. Wenn Deine Situation nicht ganz geradlinig ist, solltest Du besonders genau auf Voraussetzungen und aktuellen Status achten.

Worauf Du bei Zahlen und Tarifen achten solltest

Gerade bei Krankenversicherung und Einkommensschutz ändern sich Details regelmäßig. Deshalb gilt: Konkrete Zahlen nie blind übernehmen.

  • Mindestbemessungsgrundlagen
  • Zusatzbeiträge
  • Beitragsbemessungsgrenzen
  • Grenzen bei der Familienversicherung
  • Wahltarife für Krankengeld
  • Karenzzeiten und Leistungsdefinitionen bei Krankentagegeld
  • BU-Bedingungen im jeweiligen Tarif

Warum Aktualität hier so wichtig ist

Ein Artikel kann Dir die Logik erklären. Er kann Dir helfen, die richtigen Fragen zu stellen. Aber er ersetzt nicht den aktuellen Stand von Kasse, Versicherer oder offizieller Stelle. Gerade bei Versicherungen ist stimmt grundsätzlich oft nicht dasselbe wie passt exakt auf Deinen Fall.

Gute Regel für die Praxis

Wenn irgendwo sehr konkrete Zahlen stehen, prüfe immer:

  • Mit welchem Stand?
  • Aus welcher Quelle?
  • Für welche Kasse oder welchen Tarif?
  • Gilt das allgemein oder nur im Beispiel?

Definitionen: die wichtigsten Begriffe kurz erklärt

Damit das Thema nicht unnötig verknotet, hier die wichtigsten Begriffe in klarer Sprache.

Krankenversicherung

Die Krankenversicherung ist die Pflichtabsicherung für medizinische Versorgung. Sie schützt Dich vor Behandlungskosten, ersetzt aber nicht automatisch Dein laufendes Einkommen.

Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist ebenfalls verpflichtend. In der GKV läuft sie mit, in der PKV muss sie zusätzlich abgeschlossen werden.

Krankengeld

Krankengeld ist eine mögliche Einkommensersatzleistung in der GKV. Für Selbstständige ist sie nicht automatisch enthalten, sondern muss passend gewählt oder geprüft werden.

Krankentagegeld

Krankentagegeld ist eine vertragliche Leistung, die bei vorübergehender Krankheit den Verdienstausfall abfedern soll. Die Zahlung beginnt typischerweise nach einer vereinbarten Karenzzeit.

Karenzzeit

Die Karenzzeit ist der Zeitraum zwischen Beginn der Arbeitsunfähigkeit und dem Start der Leistung. Sie ist beim Krankentagegeld ein zentrales Stellrad.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die BU sichert das Risiko ab, dass Du Deinen zuletzt ausgeübten Beruf längerfristig oder dauerhaft nicht mehr ausüben kannst, immer nach den Bedingungen des jeweiligen Tarifs.

Fazit: Nicht nur versichert sein – sinnvoll abgesichert sein

Wenn Du gründest, brauchst Du mehr als ein Häkchen auf der To-do-Liste Krankenversicherung erledigt. Du brauchst eine Lösung, die zu Deiner Realität passt: zu Deinem Einkommen, zu Deinen Rücklagen, zu Deinem Alltag und zu Deinem Risiko. Die wichtigste Erkenntnis ist einfach, aber entscheidend: Kranken- und Pflegeversicherung sind Pflicht. Einkommensschutz bei vorübergehender Krankheit ist eine eigene Frage. BU ist die Langfrist-Antwort auf ein anderes Risiko. Nicht alles ist sofort notwendig. Aber alles sollte bewusst entschieden werden. Nicht schnell, sondern klar. Nicht nach Bauchgefühl allein, sondern nach Struktur. Denn Deine Selbstständigkeit lebt von Deiner Energie und Deine Absicherung sollte genau das schützen. Wenn Du tiefer einsteigen willst, arbeite Dich am besten in dieser Reihenfolge vor: erst Systemwahl bei der Krankenversicherung, dann Verdienstausfall bei Krankheit, dann langfristiger Schutz Deiner Arbeitskraft.

Frequently Asked Questions

Ja. Selbstständige in Deutschland müssen eine Krankenversicherung und eine Pflegeversicherung haben. Das ist die Pflichtbasis. Sie sagt aber noch nicht, wie gut Dein Einkommen bei Krankheit abgesichert ist.
Nicht pauschal. Grundsätzlich kommen freiwillige GKV oder PKV infrage, aber die Möglichkeiten hängen von Deinen Voraussetzungen ab, zum Beispiel von Deiner bisherigen Versicherungssituation.
Nein, typischerweise nicht. Selbstständige müssen prüfen, ob ein Krankengeldanspruch aktiv gewählt werden muss und ob es passende Wahltarife gibt. Die Details unterscheiden sich je nach Krankenkasse.
Krankentagegeld überbrückt einen vorübergehenden Verdienstausfall wegen Krankheit. Eine BU zielt auf den Fall, dass Du Deinen Beruf längerfristig oder dauerhaft nicht mehr ausüben kannst. Die Risiken sind verschieden und die Produkte sind nicht austauschbar.
Weil sie in erster Linie die medizinische Versorgung absichert, nicht automatisch Deinen laufenden Lebensunterhalt. Für Selbstständige ist gerade der Verdienstausfall bei Krankheit oft das größere Risiko.

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