Illustration eines selbstständigen Menschen im Homeoffice mit Thermometer, Rechnungen, Kalendern, Taschenrechner und Münzen beim Vergleich von gesetzlicher und privater Absicherung im Krankheitsfall.

Krankentagegeld für Selbstständige: gesetzlich oder privat sinnvoll absichern

Krank sein ist für Selbstständige oft doppelt teuer: Du fehlst im Alltag, und Dein Einkommen fehlt gleich mit. Genau deshalb ist Krankentagegeld kein trockenes Versicherungsthema, sondern im Ernstfall der Unterschied zwischen kurzer Pause und echter Finanzlücke.

TL;DR

  • Für Selbstständige ist nicht privates Krankentagegeld verpflichtend, sondern die Krankenversicherung. Die Absicherung des Verdienstausfalls ist eine freiwillige Zusatzentscheidung.
  • Gesetzliches Krankengeld gibt es für freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige meist nicht automatisch, sondern nur mit passender Wahlerklärung oder Tarifoption bei der Krankenkasse.
  • Das gesetzliche Krankengeld startet regulär ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Für die ersten Wochen bleibt oft eine spürbare Lücke.
  • Privates Krankentagegeld kann mit frei gewählter Karenzzeit früher oder ergänzend leisten und eignet sich oft, um die Zeit vor Tag 43 oder höhere Bedarfe abzusichern.
  • Die passende Höhe orientiert sich nicht am Umsatz allein, sondern an Deinem echten Bedarf: private Kosten, betriebliche Fixkosten, Rücklagen und andere Leistungen.
  • Die Kosten für privates Krankentagegeld lassen sich nicht seriös pauschal nennen. Entscheidend sind vor allem Alter, Gesundheitszustand, Tagegeldhöhe und Karenzzeit.
  • Bei schwankendem Einkommen kann sich das gesetzliche Krankengeld auf einen älteren Steuerbescheid stützen. Dann fällt die Leistung unter Umständen niedriger aus als erwartet.

Krankentagegeld für Selbstständige ist eine freiwillige Absicherung gegen Einkommensausfall bei längerer Krankheit. Zu unterscheiden sind das gesetzliche Krankengeld der GKV, das freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige meist nur mit Wahlerklärung erhalten und das regulär ab dem 43. Krankheitstag beginnt, sowie privates Krankentagegeld, das über eine private Versicherung oder Zusatzversicherung mit frei wählbarer Karenzzeit vereinbart wird. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt vor allem von Deinem Versicherungsstatus, dem gewünschten Leistungsbeginn, dem tatsächlichen Finanzbedarf und möglichen Versorgungslücken ab.

Schnellantwort: Für wen ist Krankentagegeld als Selbstständiger sinnvoll?

Krankentagegeld ist für Dich vor allem dann sinnvoll, wenn bei Krankheit laufende private oder betriebliche Kosten weiterlaufen und Deine Rücklagen diese Zeit nicht entspannt tragen. Das betrifft mehr Selbstständige, als man im Alltag denkt: Miete, Software, Kredite, Beiträge, Leasing, Krankenversicherung, vielleicht sogar Gehälter. Die Rechnungen machen keine Pause, nur weil Du eine machen musst.

Wichtig ist zuerst: Pflicht ist die Krankenversicherung, nicht eine private Krankentagegeldversicherung. Ob Du den Verdienstausfall zusätzlich absicherst, ist also keine gesetzliche Pflicht, sondern eine strategische Entscheidung für Deine finanzielle Stabilität.

  • Freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige ohne Krankengeldanspruch: Hier kann bei längerer Krankheit schnell eine komplette Einkommenslücke entstehen.
  • Freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige mit Anspruch auf gesetzliches Krankengeld: Dann gibt es zwar eine Basisabsicherung, aber regulär erst ab dem 43. Tag und nicht immer in ausreichender Höhe.
  • Privat krankenversicherte Selbstständige: Hier läuft die Absicherung des Verdienstausfalls typischerweise über privates Krankentagegeld.

Wenn Du es ganz pragmatisch sehen willst: Krankentagegeld ist dann sinnvoll, wenn Dein Business Herzblut ist, Deine Kosten aber trotzdem knallhart real bleiben.

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Der erste Prüfschritt: Bin ich gesetzlich oder privat versichert?

Bevor Du Tarife vergleichst oder Beiträge suchst, brauchst Du eine saubere Einordnung. Denn die wichtigste Frage lautet nicht: Welches Produkt ist gut? Sondern: In welchem System bin ich überhaupt unterwegs?

Für gesetzlich versicherte Selbstständige geht es darum, ob ein gesetzlicher Krankengeldanspruch besteht oder gewählt werden kann. Für privat Versicherte ist das gesetzliche Krankengeld keine Standardlösung. Dort wird der Verdienstausfall meist über privates Krankentagegeld abgesichert.

GKV: Wann Selbstständige gesetzliches Krankengeld bekommen können

Wenn Du freiwillig gesetzlich versichert bist, ist Krankengeld meist nicht automatisch enthalten. In der Praxis braucht es dafür in der Regel eine Wahlerklärung oder Tarifoption bei Deiner Krankenkasse. Quellen wie die Techniker Krankenkasse, DAK-Gesundheit und krankenkassen.de beschreiben diese Logik.

Wer diesen Schutz wählt, zahlt dafür typischerweise den allgemeinen beziehungsweise normalen Beitragssatz der GKV. Der entscheidende Punkt ist aber nicht nur der Beitrag, sondern der Anspruch: Ohne diese Entscheidung fehlt Dir im Krankheitsfall unter Umständen genau das Geld, auf das Du fest vertraut hast.

PKV: Warum privates Krankentagegeld hier meist die zentrale Lösung ist

Wenn Du privat krankenversichert bist, sicherst Du den Verdienstausfall bei längerer Krankheit in der Regel über privates Krankentagegeld ab. Der große Vorteil: Der Leistungsbeginn kann über die Karenzzeit flexibel gestaltet werden.

Das ist wichtig, weil Selbstständigkeit selten nach Schema F funktioniert. Manche haben solide Rücklagen und brauchen erst später Geld. Andere müssen schon nach wenigen Tagen oder Wochen finanziell gegensteuern. Private Tarife lassen sich deshalb oft genauer an Deinen echten Bedarf anpassen als starre Standardlösungen.

Gesetzliches Krankengeld vs. privates Krankentagegeld

Beide Systeme sollen Deinen Einkommensausfall bei Krankheit abfedern. Aber sie tun das auf unterschiedliche Weise.

Das gesetzliche Krankengeld ist an Deinen GKV-Status und gesetzliche Regeln gebunden. Das private Krankentagegeld ist ein vertraglich vereinbarter Baustein mit flexiblerem Leistungsbeginn und individuell vereinbarter Leistungshöhe. Deshalb ist die Frage gesetzlich oder privat eigentlich zu kurz gedacht. Die bessere Frage lautet: Welche Lücke soll konkret geschlossen werden?

Vergleich auf einen Blick

PunktGesetzliches KrankengeldPrivates Krankentagegeld
Für wen geeignet?Vor allem für freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige mit gewähltem AnspruchVor allem für privat Versicherte oder als Ergänzung zur GKV
VoraussetzungGKV-Status plus Wahlerklärung oder TarifoptionSeparater privater Tarif bzw. Zusatzbaustein
LeistungsbeginnRegulär ab dem 43. Tag der ArbeitsunfähigkeitJe nach Vertrag ab frei gewählter Karenzzeit
Höhe der LeistungGesetzliche Berechnungslogik, grundsätzlich orientiert am beitragspflichtigen ArbeitseinkommenVereinbarter Tagessatz, orientiert am nachweisbaren Bedarf bzw. Einkommen
Obergrenzen/NachweiseDurch gesetzliche Regeln und Höchstwerte begrenztNachweise zum Einkommen oder Bedarf üblich, tarifabhängig
KostenlogikAn die Beitragslogik der GKV gekoppeltAbhängig von Alter, Gesundheit, Tagegeldhöhe und Karenzzeit
Typische LückeKein Schutz ohne Wahlerklärung; außerdem Lücke bis Tag 43Falsche Höhe oder zu lange Karenzzeit
Wann sinnvoll?Wenn Du in der GKV bist und ab längerer Krankheit eine Basisleistung willstWenn Du früheren Schutz brauchst oder gesetzliche Lücken schließen willst
Typische FallstrickeAnspruch wird fälschlich vorausgesetztZu knapp kalkuliert oder nur auf Umsatz geschaut

Leistungsbeginn: ab wann gezahlt wird

Hier wird es für viele Selbstständige wirklich ernst. Denn laut Informationen von TK, DAK und krankenkassen.de beginnt das gesetzliche Krankengeld regulär ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Das heißt: Die ersten sechs Wochen musst Du in vielen Fällen selbst überbrücken.

Private Krankentagegeldtarife arbeiten dagegen mit einer frei wählbaren Karenzzeit. Genau das macht sie so relevant, wenn Dir Tag 43 viel zu spät erscheint.

Warum der Startzeitpunkt mehr zählt als viele denken

Viele schauen zuerst auf die mögliche Höhe einer Leistung. Verständlich. Aber mindestens genauso wichtig ist der Zeitpunkt, ab dem überhaupt gezahlt wird. Ein theoretisch guter Anspruch nützt Dir wenig, wenn Deine Liquidität schon Wochen vorher kippt.

Die Praxisfrage dahinter

Nicht: Habe ich irgendeinen Anspruch? Sondern: Wie lange halte ich ohne Zahlung real durch?

Leistungshöhe: wie viel gezahlt wird

Das gesetzliche Krankengeld folgt einer gesetzlichen Berechnungslogik. Laut TK orientiert es sich grundsätzlich am beitragspflichtigen Arbeitseinkommen, beträgt typischerweise 70 Prozent davon und ist durch gesetzliche Höchstwerte begrenzt, die an Rechengrößen wie die Beitragsbemessungsgrenze gekoppelt sind. Diese Höchstwerte ändern sich regelmäßig und sollten deshalb immer mit aktuellem Jahr und Quelle geprüft werden.

Beim privaten Krankentagegeld ist die Logik anders. Hier zählt der vereinbarte Tagessatz, der sich am nachweisbaren Bedarf oder Einkommen orientiert. Das klingt erstmal freier, heißt aber nicht beliebig hoch. Versicherer schauen in der Regel darauf, ob die abgesicherte Höhe plausibel ist.

Unterm Strich gilt: Nicht Wunschdenken versichern, sondern Wirklichkeit. Nicht Umsatzphantasie, sondern belastbaren Bedarf.

Kosten: wovon Beiträge abhängen

Bei der Kostenfrage lohnt sich ein kurzer Reality-Check. Wer nach Was kostet Krankentagegeld für Selbstständige? sucht, findet oft schnelle Zahlen. Das Problem: Solche Pauschalen helfen wenig.

In der GKV hängt die Absicherung mit Krankengeld an der Beitragslogik Deiner Kasse und der gewählten Absicherung. Beim privaten Krankentagegeld bestimmen vor allem Eintrittsalter, Gesundheitszustand, vereinbarte Tagegeldhöhe und Karenzzeit.

Je höher der Tagessatz und je kürzer die Karenzzeit, desto höher ist oft auch der Beitrag. Einen belastbaren Durchschnittspreis für alle gibt es deshalb seriös nicht.

Welche Lösung passt zu mir? Entscheidung nach Versicherungsstatus

Die passende Lösung ergibt sich meist aus drei Fragen:

  • Bist Du gesetzlich oder privat versichert?
  • Hast Du bereits Anspruch auf gesetzliches Krankengeld oder musst Du ihn erst wählen?
  • Wie lange reichen Deine Rücklagen bis zum gewünschten Leistungsbeginn?

Aus diesen Antworten entsteht meist schon ein ziemlich klares Bild. Nicht perfekt, aber praxisnah. Nicht theoretisch, sondern tragfähig.

Typische Konstellation 1: freiwillig gesetzlich versichert ohne Krankengeldanspruch

Wenn Du freiwillig gesetzlich versichert bist und keinen Krankengeldanspruch gewählt hast, kann längere Krankheit schnell zu einer vollständigen Einkommenslücke führen. Dann solltest Du prüfen, ob bei Deiner Kasse eine Wahlerklärung oder Tarifoption möglich ist oder ob eine private Lösung den Ausfall sinnvoll abfangen kann.

Gerade Soloselbstständige unterschätzen diese Lücke oft, weil im Alltag gesund und verfügbar der Normalzustand ist. Aber Absicherung ist kein Pessimismus. Sie ist schlicht Planung.

Typische Konstellation 2: freiwillig gesetzlich versichert mit Anspruch ab Tag 43

Wenn Du bereits einen gesetzlichen Anspruch hast, ist das eine wichtige Basis. Aber eben oft nur eine Basis. Die Leistung beginnt regulär ab dem 43. Tag und kann außerdem in der Höhe begrenzt sein.

  • laufende private Kosten hoch sind
  • betriebliche Fixkosten weiterlaufen
  • wenig Rücklagen vorhanden sind
  • das aktuelle Einkommen höher ist als der zugrunde gelegte Nachweis

Dann kann eine ergänzende private Lösung sinnvoll sein.

Typische Konstellation 3: privat versichert

Wenn Du privat versichert bist, planst Du den Schutz gegen Verdienstausfall in der Regel direkt über privates Krankentagegeld. Hier sind vor allem zwei Stellschrauben entscheidend:

  • Karenzzeit
  • Tagessatz

Beides sollte zu Deinem echten Alltag passen. Eine zu lange Karenzzeit spart zwar Beitrag, kann aber Liquidität kosten. Ein zu niedriger Tagessatz wirkt günstig, hilft im Ernstfall aber vielleicht nur auf dem Papier.

So berechnest Du die passende Tagegeldhöhe

Die passende Tagegeldhöhe ergibt sich nicht aus dem Umsatz allein. Umsatz ist laut, Bedarf ist ehrlich. Entscheidend ist, was im Krankheitsfall wirklich weiterbezahlt werden muss.

Die 3-Schritte-Logik

Die Bedarfsermittlung folgt drei einfachen Schritten.

Schritt 1: privaten und betrieblichen Monatsbedarf erfassen

Notiere zuerst alles, was auch ohne Deine Arbeitskraft weiterläuft.

Privat zum Beispiel

  • Miete oder Kreditrate
  • Lebensmittel
  • Versicherungen
  • Kranken- und Pflegeversicherung
  • Mobilität
  • Kinderkosten
  • laufende private Verträge

Betrieblich zum Beispiel

  • Büro- oder Praxis-Miete
  • Software-Abos
  • Leasingraten
  • Telefon und Internet
  • Kredite
  • Beiträge
  • Gehälter oder freie feste Kosten
  • Steuerberater, Tools, Hosting, Lager

Hier geht es nicht um Schönrechnen, sondern um Klarheit. Was weiterläuft, zählt.

Schritt 2: Rücklagen und andere Leistungen abziehen

Im zweiten Schritt ziehst Du ab, was den Ausfall real auffangen kann:

  • liquide Rücklagen
  • Notgroschen
  • verlässliches Partnereinkommen
  • bestehende Absicherungen
  • gesetzliches Krankengeld, falls vorhanden

Gerade beim gesetzlichen Krankengeld solltest Du lieber vorsichtig rechnen als optimistisch. Wenn Deine Einnahmen schwanken, kann die Kasse sich unter Umständen an einem älteren Steuerbescheid orientieren.

Schritt 3: Karenzzeit passend wählen

Jetzt kommt die eigentliche Strategiefrage: Wie lange kannst und willst Du aus eigener Kraft überbrücken?

  • Reichen Deine Rücklagen nur kurz, brauchst Du eher eine kürzere Karenzzeit.
  • Reichen Deine Rücklagen mehrere Wochen oder länger, kann eine längere Karenzzeit sinnvoll sein.

Je kürzer die Karenzzeit, desto früher greift der Schutz. Je länger sie ist, desto niedriger fällt der Beitrag oft aus. Sicherheit und Sparsamkeit stehen hier in einem klassischen Spannungsfeld: früher Schutz oder kleinerer Beitrag.

Ein einfaches Rechenbeispiel

Angenommen, Dein monatlicher Bedarf sieht so aus:

  • 2.200 Euro private Lebenshaltung
  • 1.000 Euro betriebliche Fixkosten
  • 400 Euro sonstige notwendige Beiträge

Macht zusammen 3.600 Euro Monatsbedarf.

Davon kannst Du realistisch abziehen

  • 600 Euro aus verlässlichem Partnereinkommen
  • 500 Euro aus bereits vorhandener anderer Leistung

Dann bleiben 2.500 Euro pro Monat, die abgesichert werden sollten. Grob auf 30 Tage verteilt entspricht das etwa 83 Euro pro Tag.

Das ist keine amtliche Berechnungsformel, sondern eine praktische Orientierung. Aber genau so wird aus einem diffusen Gefühl eine konkrete Zahl.

Typische Fallstricke bei Selbstständigen

Die größten Fehler entstehen oft nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus Missverständnissen. Viele verwechseln die Krankenversicherung mit dem Anspruch auf Krankengeld. Andere unterschätzen die Lücke bis Tag 43. Und wieder andere kalkulieren mit ihrem aktuellen Umsatz, obwohl die tatsächliche Berechnungsbasis anders aussehen kann.

Schwankendes Einkommen und Steuerbescheid als Basis

Gerade bei Selbstständigen mit unregelmäßigen oder steigenden Gewinnen kann das gesetzliche Krankengeld niedriger ausfallen als gedacht. Die Berechnung kann auf einem älteren Steuerbescheid beruhen. Wenn Dein Geschäft zuletzt gewachsen ist, passt die Leistung dann womöglich nicht zu Deiner aktuellen Realität.

Das ist wie ein Rückspiegel statt Frontscheibe: Er zeigt, wo Du warst, aber nicht unbedingt, wo Du gerade finanziell stehst.

Warum Tag 43 oft zu spät ist

Sechs Wochen klingen auf dem Papier überschaubar. In der Selbstständigkeit können sie sehr lang werden. Wenn Miete, Beiträge, Software, Leasing, Kredite oder Privatkosten weiterlaufen, ist der Zeitraum bis zum gesetzlichen Leistungsbeginn oft genau die kritische Zone.

Darum ist die Frage Habe ich Krankengeld? oft weniger wichtig als die Frage: Was passiert bis dahin?

Jahreswerte, Höchstbeträge und Aktualität

Konkrete Höchstbeträge und Rechenwerte ändern sich regelmäßig. Wenn Du irgendwo feste Zahlen siehst, prüfe immer:

  • Welches Jahr gilt?
  • Welche Quelle nennt den Wert?
  • Ist der Stand aktuell?

Gerade beim gesetzlichen Krankengeld hängen Höchstwerte an Rechengrößen wie der Beitragsbemessungsgrenze. Deshalb sind Formeln und Grundlogik oft verlässlicher als starre Beispielbeträge.

Begriffe kurz erklärt

Damit hier nichts durcheinandergerät, findest Du die wichtigsten Begriffe in einfacher Sprache.

Krankengeld

Krankengeld ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Für freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige ist sie häufig nicht automatisch enthalten, sondern meist an eine Wahlerklärung oder Tarifoption gebunden. Der reguläre Start liegt typischerweise ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit.

Krankentagegeld

Krankentagegeld ist eine private Versicherungsleistung. Sie kann pro Krankheitstag einen vereinbarten Betrag zahlen und wird oft von privat versicherten Selbstständigen oder ergänzend zur GKV genutzt, um Versorgungslücken zu schließen.

Karenzzeit

Karenzzeit ist der Zeitraum zwischen Beginn der Arbeitsunfähigkeit und dem Start der privaten Leistung. Eine längere Karenzzeit macht den Beitrag oft günstiger, erhöht aber die Zeit, die Du selbst überbrücken musst.

Wahlerklärung

Die Wahlerklärung ist in der freiwilligen GKV die Entscheidung, einen Krankengeldanspruch gegen den passenden Beitragssatz mit einzuschließen. Ob und wie genau das bei Deiner Kasse ausgestaltet ist, solltest Du direkt dort prüfen.

Beitragsbemessungsgrenze

Die Beitragsbemessungsgrenze ist eine gesetzliche Rechengröße, die Höchstwerte bei Beiträgen und mittelbar auch bei Leistungen beeinflussen kann. Sie ändert sich regelmäßig.

Kurz zusammengefasst

Wenn Du aus diesem Artikel nur vier Dinge mitnimmst, dann diese:

  • Ohne klare Prüfung Deines Versicherungsstatus planst Du im Blindflug.
  • Gesetzliches Krankengeld für Selbstständige ist oft nicht automatisch dabei.
  • Tag 43 ist für viele Selbstständige finanziell deutlich zu spät.
  • Die richtige Absicherung orientiert sich an Deiner echten Einkommenslücke, nicht an Bauchgefühl oder Umsatzromantik.

Wenn Du tiefer einsteigen willst, lies vor allem die Abschnitte zur passenden Tagegeldhöhe, zur Karenzzeit und zu den typischen Fallstricken bei schwankendem Einkommen noch einmal in Ruhe durch.

Dein nächster Schritt

Wenn Du unsicher bist, rechne nicht zuerst mit Tarifen, sondern mit Deiner Lücke. Prüfe Deinen Versicherungsstatus, sprich mit Deiner Krankenkasse oder einem unabhängigen Berater über den tatsächlichen Anspruch und vergleiche erst danach passende private Optionen.

Kurz gesagt: Erst verstehen, dann versichern.

Wenn Du Deine Absicherung sauber aufbauen willst, starte mit einer einfachen Bedarfsrechnung: Was musst Du privat und im Betrieb jeden Monat wirklich zahlen, wenn Du 6 Wochen oder länger ausfällst? Schon diese eine Zahl bringt oft mehr Klarheit als zehn Tarifseiten.

Deine Meinung

Wie hast Du Deinen Verdienstausfall bei Krankheit abgesichert, oder schiebst Du das Thema noch vor Dir her?

Fazit: Die beste Lösung ist meist die mit der kleinsten Versorgungslücke

Ob gesetzlich, privat oder kombiniert sinnvoll ist, hängt nicht von einem perfekten Standardmodell ab. Entscheidend sind Dein Versicherungsstatus, der Leistungsbeginn, die realistische Höhe der Leistung und Deine Rücklagen. Wenn Du gesetzlich versichert bist, prüfe zuerst, ob überhaupt ein Krankengeldanspruch besteht. Wenn Du privat versichert bist, ist privates Krankentagegeld meist die zentrale Stellschraube. Und wenn Du schon gesetzlichen Schutz hast, heißt das noch lange nicht, dass Deine Lücke wirklich geschlossen ist. Die beste Lösung ist selten die lauteste. Meist ist sie die leiseste, logischste, lückenloseste.

Frequently Asked Questions

Nein. Pflicht ist die Krankenversicherung, nicht der zusätzliche Abschluss einer privaten Krankentagegeldversicherung. Ob die Absicherung gegen Verdienstausfall sinnvoll ist, hängt von Deinem Versicherungsstatus, Deinen Rücklagen und Deinen laufenden Privat- und Betriebskosten ab.
Nicht unbedingt. Freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige haben den Anspruch häufig nicht automatisch eingeschlossen. In der Praxis braucht es meist eine Wahlerklärung oder Tarifoption bei der Krankenkasse.
Der reguläre Leistungsbeginn liegt typischerweise ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Die ersten sechs Wochen müssen viele Selbstständige daher selbst überbrücken.
Es sollte sich an Deinem tatsächlichen Bedarf orientieren, nicht am Umsatz allein. Rechne mit privaten Lebenshaltungskosten, betrieblichen Fixkosten und notwendigen Beiträgen, ziehe Rücklagen und andere sichere Leistungen ab und ermittle daraus Deine echte Lücke.
Ja, das kann sinnvoll sein. Eine Kombination wird oft genutzt, wenn gesetzliches Krankengeld erst ab dem 43. Tag einsetzt oder die gesetzliche Leistung für Deine tatsächlichen Kosten nicht ausreicht.

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