Illustration eines Freiberuflers im Homeoffice beim Vergleich einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit Beraterin und Ärztin

Berufsunfähigkeitsversicherung für Freiberufler: Leistungen, Kosten und worauf Du beim Vergleich achten solltest

TL;DR: Das Wichtigste in Kürze

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt im Leistungsfall in der Regel eine monatliche Rente und oft auch eine Beitragsbefreiung, wenn Du Deinen zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich länger nicht mehr ausüben kannst. Für Freiberufler ist sie oft besonders wichtig, weil die gesetzliche Absicherung häufig lückenhaft ist.

  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt im Leistungsfall in der Regel eine monatliche Rente und oft auch eine Beitragsbefreiung, wenn Du Deinen zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich länger nicht mehr ausüben kannst.
  • Für Freiberufler ist BU oft besonders wichtig, weil die gesetzliche Absicherung häufig lückenhaft ist. Ob zusätzlich Ansprüche aus der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente oder einem Versorgungswerk bestehen, hängt von Deiner Berufsgruppe und Vorsorgesituation ab.
  • Die Kosten lassen sich nicht pauschal nennen. Beitrag und Einstufung hängen unter anderem von Alter, Tätigkeit, Gesundheitszustand, Laufzeit, gewünschter BU-Rente und teils auch von Hobbys ab.
  • Beim Vergleich zählen nicht nur Preis und Rentenhöhe, sondern vor allem die Vertragsbedingungen: zum Beispiel Verzicht auf abstrakte Verweisung, Prognosezeitraum, Nachversicherungsgarantie, Dynamik, Karenzzeit und bei selbstständigen Strukturen die Umorganisationsklausel.
  • Ein Gewerbeschein ist nicht der Kernpunkt. Entscheidend ist, wie Deine tatsächliche Tätigkeit beschrieben und vom Versicherer eingestuft wird.
  • Für die passende BU-Rentenhöhe hilft keine starre Musterzahl. Sinnvoller ist eine Bedarfsrechnung, die Deine Fixkosten und Deinen realistischen Einkommensbedarf im Ernstfall abbildet.

Berufsunfähigkeitsversicherung für Freiberufler: Das Wichtigste auf einen Blick

Für Freiberufler schützt eine BU vor Einkommensverlust, wenn der eigene Beruf aus gesundheitlichen Gründen länger nicht mehr ausgeübt werden kann. Gerade für Dich als Freiberufler ist das relevant, weil Einnahmen oft direkt an Deine persönliche Arbeitskraft gekoppelt sind: Kein Einsatz, kein Umsatz.

  • Was genau ist versichert?
  • Wie hoch sollte Deine BU-Rente wirklich sein?
  • Welche Vertragsklauseln entscheiden später über starke oder schwache Leistung?

Eine BU ist am Ende wie ein Sicherheitsnetz unter Deinem Business. Von oben sieht es oft ähnlich aus. Entscheidend ist aber, wie eng es geknüpft ist, wenn Du wirklich hineinfällst.

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Definition: Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Freiberufler?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Freiberufler ist eine private Einkommensabsicherung. Sie leistet in der Regel eine monatliche Rente, wenn Du Deinen zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich für einen längeren Zeitraum nicht mehr in ausreichendem Umfang ausüben kannst.

Wichtig ist der zweite Teil des Satzes: Es geht nicht um irgendeinen theoretisch denkbaren Beruf, sondern typischerweise um Deine konkrete zuletzt ausgeübte Tätigkeit nach Maßgabe der Versicherungsbedingungen. Für Freiberufler ist genau das zentral, weil der Berufsalltag oft sehr individuell ist: Beratung, Konzeption, Kundentermine, kreative Leistung, Praxisbetrieb, fachliche Verantwortung, Akquise, Organisation.

Wann gilt man als berufsunfähig?

Vereinfacht gilt Berufsunfähigkeit häufig dann als gegeben, wenn Du Deinen zuletzt ausgeübten Beruf krankheitsbedingt voraussichtlich mindestens sechs Monate lang zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst. Das ist eine typische, praxisnahe Beschreibung, aber keine starre Universalregel für jeden Tarif.

Deshalb gilt: Die Grundidee ist einfach, die Details sind es nicht. Schon kleine Unterschiede in den Bedingungen können später einen großen Unterschied machen.

Was zuletzt ausgeübter Beruf praktisch bedeutet

Bei Freiberuflern zählt nicht nur die Berufsbezeichnung auf der Visitenkarte. Entscheidend ist oft, wie Dein Alltag wirklich aussieht.

  • Arbeitest Du überwiegend beratend oder operativ?
  • Sitzt Du vor allem am Bildschirm oder bist Du körperlich stark gefordert?
  • Führst Du Mitarbeitende, behandelst Patienten, hältst Vorträge, entwickelst Konzepte, akquirierst Projekte?

Je genauer diese Tätigkeit beschrieben ist, desto sauberer lässt sich auch das versicherte Risiko einordnen.

Warum ist BU für Freiberufler besonders wichtig?

Freiberufler tragen ihr Einkommensrisiko oft selbst. Wenn Deine Arbeitskraft wegfällt, brechen Honorare häufig sofort oder zumindest deutlich ein. Anders als bei vielen Angestellten gibt es nicht automatisch eine Struktur, die das auffängt.

Dazu kommt: Die gesetzliche oder berufsständische Absicherung deckt den tatsächlichen Bedarf oft nicht vollständig ab. Ob und in welchem Umfang Du Ansprüche aus der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente oder aus einem Versorgungswerk hast, hängt von Deiner Berufsgruppe, Deiner Versicherungshistorie und den konkreten Regeln des jeweiligen Systems ab.

Gesetzliche Erwerbsminderungsrente, Versorgungswerk oder private BU: Wo liegen die Unterschiede?

PunktGesetzliche ErwerbsminderungsrenteVersorgungswerkPrivate BU
Woran knüpft die Leistung an?An gesetzliche Voraussetzungen der ErwerbsminderungAn die jeweilige Satzung des VersorgungswerksTypischerweise an Deinen zuletzt ausgeübten Beruf
Für wen relevant?Für Versicherte mit entsprechenden Ansprüchen in der gesetzlichen RentenversicherungFür bestimmte freie Berufe mit MitgliedschaftFür Freiberufler, Selbstständige und Angestellte
LeistungslogikEigene gesetzliche PrüfungsregelnEigene berufsständische RegelnVertragsbedingungen des Tarifs
Typische RolleGrundabsicherung, wenn Anspruch bestehtErgänzende oder zentrale berufsständische AbsicherungSchließt häufig Versorgungslücken
Wichtiger PrüfpunktBesteht überhaupt Anspruch und in welcher Höhe?Was regelt die konkrete Satzung?Wie stark sind Bedingungen und Rentenhöhe?

Die private BU ersetzt gesetzliche oder berufsständische Systeme also nicht automatisch vollständig. In der Praxis ist sie oft eher Ergänzung und Einkommensschutz, wenn andere Systeme zu eng greifen oder zu wenig leisten.

Brauchen alle Freiberufler eine BU?

Nicht jeder Freiberufler hat denselben Bedarf. Aber für viele ist BU ein zentraler Baustein, weil Einkommen, Alltag und Existenz direkt an der eigenen Arbeitskraft hängen.

Besonders relevant ist sie oft, wenn:

  • Deine privaten Fixkosten zuverlässig weiterlaufen müssen
  • Du wenig finanzielle Rücklagen hast
  • Dein Einkommen stark von Deinem persönlichen Einsatz abhängt
  • Du keine belastbare Absicherung aus Rentenversicherung oder Versorgungswerk erwartest

Je mehr Dein Business auf Dir basiert, desto wichtiger wird der Schutz. Einfach gesagt: Wenn Du das Herz Deines Unternehmens bist, ist Deine Arbeitskraft kein Nebenthema, sondern der Motor.

Welche Leistungen bietet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Kernleistung einer BU ist die vereinbarte monatliche BU-Rente im Leistungsfall. Viele Tarife sehen zusätzlich eine Beitragsbefreiung vor. Das bedeutet: Wenn die Berufsunfähigkeit anerkannt ist, musst Du für den Vertrag häufig keine Beiträge mehr zahlen.

Entscheidend ist nicht nur, dass eine BU leistet, sondern auch:

  • ab wann
  • unter welchen Voraussetzungen
  • wie lange
  • auf Basis welcher Nachweise

Hier trennt sich Marketing von Substanz. Oder anders gesagt: Zwischen günstig abgeschlossen und gut abgesichert liegt oft genau das Kleingedruckte, das viele zu spät lesen.

Was eine BU in der Praxis nicht automatisch bedeutet

Eine BU ist kein Freifahrtschein und keine Pauschalleistung ohne Prüfung. Maßgeblich sind die konkreten Bedingungen des Vertrags und die Nachweise im Leistungsfall. Genau deshalb sollte der Vergleich nicht bei der Beitragshöhe enden.

Welche Kostenfaktoren bestimmen den Beitrag?

Die kurze Antwort: Pauschal lässt sich das nicht seriös sagen. Zwei Freiberufler mit ähnlicher Berufsbezeichnung können am Ende sehr unterschiedliche Beiträge zahlen.

Die wichtigsten Einflussfaktoren sind typischerweise:

  • Alter bei Abschluss
  • konkrete Tätigkeit und Risikoeinstufung
  • Gesundheitszustand
  • gewünschte BU-Rente
  • Laufzeit bzw. Endalter
  • zusätzliche Risikofaktoren, etwa bestimmte Hobbys

Je höher das versicherte Risiko oder je höher die gewünschte Leistung, desto höher fällt in der Regel auch der Beitrag aus. Außerdem gilt oft: Wer jünger abschließt, zahlt häufig günstigere Beiträge als bei einem späten Einstieg.

Warum Freiberufler keine pauschalen Preisbeispiele vergleichen sollten

Pauschale Preisbeispiele wirken verlockend, helfen Dir aber oft kaum weiter. Denn Freiberufler ist keine echte Risikobeschreibung. Zwischen Steuerberater, Designerin, Architekt, Therapeutin oder IT-Freiberufler liegen im Arbeitsalltag enorme Unterschiede.

Auch innerhalb desselben Berufs kann viel variieren:

  • Anteil von Büroarbeit vs. Außeneinsatz
  • Führungsverantwortung
  • körperliche oder mentale Belastung
  • Vorerkrankungen
  • gewünschte Rentenhöhe
  • Laufzeit

Deshalb ist die bessere Frage nicht: Was kostet BU für Freiberufler? Sondern: Was kostet ein Tarif, der zu meiner Tätigkeit und meinem Bedarf passt?

Was den Beitrag treibt – kurz und klar

Die fünf größten Hebel:

  • Dein Beruf in der Praxis. Nicht der Titel, sondern die tatsächliche Tätigkeit zählt.
  • Dein Gesundheitsprofil. Gesundheitsfragen haben direkten Einfluss auf Annahme und Beitrag.
  • Dein Eintrittsalter. Früher Abschluss ist oft günstiger.
  • Deine Wunsch-Rente. Mehr Leistung bedeutet in der Regel mehr Beitrag.
  • Deine Vertragslaufzeit. Je länger der Schutz laufen soll, desto relevanter wird die saubere Kalkulation.

Wie hoch sollte die BU-Rente für Freiberufler sein?

Die passende BU-Rente ergibt sich nicht aus einer magischen Standardzahl. Häufig wird ein grober Orientierungswert von 70 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens genannt. Das ist als erste Richtung okay, aber nicht als starre Regel.

Denn entscheidend ist nicht irgendein Prozentsatz, sondern Dein echter Bedarf. Eine gute BU-Rente soll nicht hübsch klingen, sondern im Ernstfall tragen.

Einfache Beispiel-Logik zur Absicherungshöhe

Starte mit Deinen monatlichen privaten Mindestkosten.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Miete oder Darlehen
  • Lebensmittel und Alltag
  • Krankenversicherung
  • laufende Versicherungen
  • Unterhalt oder Familienkosten
  • Rücklagen für Altersvorsorge, soweit realistisch nötig
  • sonstige feste Verpflichtungen

Dann ziehst Du nur die Einnahmen ab, die im Ernstfall voraussichtlich wirklich da wären. Also nicht Wunschdenken, sondern belastbare Erwartung. So entsteht ein deutlich sinnvollerer Richtwert als mit einer pauschalen Prozentformel allein.

Rechenweg in 4 Schritten

  • Fixkosten auflisten. Was musst Du privat jeden Monat sicher bezahlen?
  • Pflichtbeiträge mitdenken. Zum Beispiel Krankenversicherung und andere feste Lasten.
  • Mögliche Leistungen realistisch ansetzen. Etwa aus gesetzlicher Absicherung oder Versorgungswerk, wenn sie im Ernstfall tatsächlich greifen.
  • Puffer einplanen. Nicht luxuriös, aber lebensnah. Krankheit macht den Alltag meist nicht billiger.

Worauf sollten Freiberufler beim Vertragsvergleich achten?

Beim BU-Vergleich entscheidet nicht nur der Preis. Oft entscheidet er nicht einmal zuerst. Denn ein günstiger Vertrag mit schwächeren Bedingungen kann im Ernstfall genau dann enttäuschen, wenn Du ihn am meisten brauchst.

Besonders wichtig sind:

  • eine klare Leistungsdefinition
  • der Verzicht auf abstrakte Verweisung
  • ein fairer Prognosezeitraum
  • Nachversicherungsgarantie
  • Beitragsdynamik
  • eine passende Karenzzeit
  • bei selbstständigen Strukturen die Umorganisationsklausel

Die wichtigsten Klauseln einfach erklärt

Nachversicherungsgarantie bedeutet meist, dass Du Deine BU-Rente später in bestimmten Lebenssituationen erhöhen kannst, ohne erneut Gesundheitsfragen beantworten zu müssen. Beitragsdynamik hilft dabei, dass Beitrag und versicherte Rente regelmäßig angepasst werden können, damit Inflation und steigender Lebensstandard Deine Absicherung nicht langsam aushöhlen. Karenzzeit beschreibt einen Zeitraum zwischen Eintritt der Berufsunfähigkeit und Beginn der Rentenzahlung, sofern der Tarif so etwas vorsieht. Das kann Beiträge beeinflussen, muss aber zu Deinen Rücklagen passen. Verzicht auf abstrakte Verweisung gilt oft als verbraucherfreundlich. Vereinfacht gesagt stärkt er den Schutz, weil nicht einfach pauschal auf irgendeine andere Tätigkeit verwiesen wird.

Besonderheit für Freiberufler und Selbstständige: die Umorganisationsklausel

Wenn Du selbstständig organisiert arbeitest, kann die Umorganisationsklausel besonders wichtig sein. Dabei geht es vereinfacht darum, ob und in welchem Umfang organisatorische Änderungen in Deinem Betrieb oder Deiner Arbeitsweise zumutbar wären, bevor Leistungen anerkannt werden.

Das ist vor allem dann relevant, wenn Du:

  • Mitarbeitende hast
  • Aufgaben delegieren könntest
  • eine Praxis oder Bürostruktur führst
  • organisatorisch flexibel aufgestellt bist

Hier lohnt sich genaues Lesen. Denn was theoretisch umorganisierbar wirkt, ist in der Realität nicht immer wirtschaftlich, sinnvoll oder zumutbar.

BU ohne Gewerbeschein: Was gilt für Freiberufler?

Ja, Du kannst auch als Freiberufler ohne Gewerbeschein eine BU abschließen. Der Gewerbeschein ist nicht automatisch der Knackpunkt. Wichtiger ist, welche Tätigkeit Du tatsächlich ausübst und wie der Versicherer diese einordnet.

In der Praxis schauen Versicherer typischerweise eher auf:

  • Aufgaben und Tätigkeitsmix
  • Arbeitsanteile
  • fachliche Verantwortung
  • organisatorische Struktur

Für Dich heißt das: Beschreibe Deine Arbeit nicht zu grob und nicht zu werblich, sondern präzise und nachvollziehbar. Nicht ich mache ein bisschen alles, sondern konkret, klar, konsistent.

Gesundheitsfragen: Warum saubere Angaben so wichtig sind

Gesundheitsfragen gehören zu den sensibelsten Punkten beim BU-Abschluss. Gleichzeitig werden sie oft zwischen Tür und Angel behandelt. Genau das ist riskant.

Denn der Gesundheitszustand beeinflusst Beitrag und Annahme direkt. Unvollständige oder ungenaue Angaben können später Probleme machen. Deshalb ist Gründlichkeit hier wichtiger als Geschwindigkeit.

So gehst Du sinnvoll vor

  • Ärztliche Unterlagen sammeln. Diagnosen, Behandlungen, Zeiträume.
  • Fragen im genauen Wortlaut lesen. Nicht interpretieren, sondern beantworten, was wirklich gefragt wird.
  • Zeitfenster beachten. Viele Fragen beziehen sich auf bestimmte Jahre oder bestimmte Behandlungen.
  • Angaben sauber dokumentieren. Damit später nachvollziehbar bleibt, worauf sich Deine Antworten stützten.

Gerade hier gilt: Nicht schnell, sondern sauber. Nicht ungefähr, sondern genau.

Steuern: Lassen sich BU-Beiträge absetzen?

BU-Beiträge können grundsätzlich als sonstige Vorsorgeaufwendungen steuerlich relevant sein. Ob sich daraus tatsächlich ein spürbarer Vorteil ergibt, hängt aber von Deiner individuellen Situation und den gesetzlichen Höchstbeträgen ab.

Deshalb lohnt sich ein nüchterner Blick: Steuerliche Effekte können ein netter Nebenaspekt sein, aber sie sollten nicht der Hauptgrund für oder gegen einen Vertrag sein. Wenn Du es genau wissen willst, brauchst Du eine individuelle steuerliche Prüfung.

Schritt für Schritt: So vergleichst Du als Freiberufler eine BU sinnvoll

Ein guter BU-Vergleich beginnt nicht beim billigsten Tarif. Er beginnt bei Dir: bei Deinem Alltag, Deinem Risiko, Deinem Bedarf.

5-Punkte-Checkliste für den Vergleich

  • Tätigkeitsbeschreibung sauber erstellen. Was machst Du wirklich, wie oft und in welchem Anteil?
  • Gesundheitsfragen gründlich vorbereiten. Unterlagen sammeln, Zeiträume prüfen, Antworten sauber formulieren.
  • Leistungsdefinition und Verweisung prüfen. Wie ist Berufsunfähigkeit definiert? Gibt es einen Verzicht auf abstrakte Verweisung?
  • Nachversicherung und Dynamik anschauen. Kann der Schutz mit Deinem Leben mitwachsen?
  • Umorganisation und Karenzzeit bewerten. Besonders wichtig, wenn Du selbstständig organisiert arbeitest oder Rücklagen hast bzw. nicht hast.

So sieht ein sinnvoller Ablauf aus

  • Bedarf bestimmen. Wie hoch muss die Rente wirklich sein?
  • Beruf korrekt beschreiben. Nicht der Etikettenname, sondern Dein echter Arbeitsalltag.
  • Gesundheitsangaben vorbereiten. Vollständig, nachvollziehbar, ohne Lücken.
  • Bedingungen vergleichen. Erst Leistung, dann Preis.
  • Beitrag einordnen. Nicht billig oder teuer, sondern passend oder unpassend.

Definitionen: Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt

Berufsunfähigkeitsversicherung: Private Absicherung, die im Leistungsfall meist eine monatliche Rente zahlt, wenn Du Deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich länger nicht mehr ausüben kannst. Berufsunfähigkeit: Vereinfacht eine gesundheitliche Einschränkung, durch die Du Deinen zuletzt ausgeübten Beruf oft zu mindestens 50 Prozent und voraussichtlich für mindestens sechs Monate nicht mehr ausüben kannst. Erwerbsminderungsrente: Gesetzliche Leistung mit eigener Prüfungslogik. Sie ist nicht dasselbe wie eine private BU und ersetzt sie nicht automatisch. Versorgungswerk: Berufsständische Versorgung bestimmter freier Berufe mit eigenen Satzungen und Leistungsregeln. Nachversicherungsgarantie: Möglichkeit, die versicherte BU-Rente später in bestimmten Situationen ohne neue Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Beitragsdynamik: Regelmäßige Erhöhung von Beitrag und versicherter Leistung, um Kaufkraftverlust abzufedern. Karenzzeit: Zeitraum zwischen Eintritt der Berufsunfähigkeit und Beginn der Rentenzahlung, sofern tariflich vereinbart. Abstrakte Verweisung: Klausel, nach der auf eine andere Tätigkeit verwiesen werden könnte. Der Verzicht darauf gilt häufig als stärkerer Schutz. Umorganisationsklausel: Für Selbstständige wichtiger Vertragsaspekt: Es geht darum, ob organisatorische Änderungen vor einer Leistungsanerkennung zumutbar sind.

Kurz zusammengefasst

Wenn Du freiberuflich arbeitest, hängt viel an Deiner Person: Dein Wissen, Dein Netzwerk, Deine Leistung, Deine Präsenz. Eine BU kann helfen, dieses Fundament abzusichern, wenn Gesundheit plötzlich zur Grenze wird.

Wichtig ist dabei nicht die schnelle Entscheidung, sondern die gute. Nicht irgendein Vertrag, sondern ein Vertrag, der zu Deinem Berufsalltag passt. Wenn Du tiefer einsteigen willst, fang mit diesen drei Punkten an: Bedarf klären, Tätigkeit sauber beschreiben, Bedingungen wirklich lesen.

CTA: Wenn Du Deine BU sinnvoll angehen willst

Wenn Du das Thema BU gerade aufschiebst, bist Du nicht allein. Aber je früher Du Deinen Bedarf und Deine Situation sauber sortierst, desto leichter wird der Vergleich.

Unser pragmatischer Vorschlag:

  • Was brauchst Du monatlich wirklich?
  • Wie genau sieht Deine Tätigkeit aus?
  • Welche Absicherung besteht schon — und welche eher auf dem Papier?

So gehst Du strukturiert statt überfordert ins Thema. Und genau das ist meist der beste erste Schritt.

Deine Meinung

Welche Frage zur BU für Freiberufler beschäftigt Dich gerade am meisten: Kosten, Vertragsklauseln oder die richtige Rentenhöhe?

Fazit: Für Freiberufler zählen Bedarf, Bedingungen und saubere Einordnung

Für Dich als Freiberufler ist BU vor allem eins: Schutz für Deine Arbeitskraft und damit für Dein Einkommen. Nicht laut, nicht glamourös, aber im Zweifel existenziell. Ob ein Vertrag wirklich passt, entscheidet sich meistens an drei Punkten: realistische Rentenhöhe, starke Bedingungen und korrekte Einordnung Deiner tatsächlichen Tätigkeit. Wer nur auf den Preis schaut, spart vielleicht am Monatsbeitrag, aber oft auch am Schutz. Und genau das kann im Ernstfall teuer werden.

Frequently Asked Questions

Für viele ja, weil das Einkommen direkt von der eigenen Arbeitskraft abhängt. Wenn diese wegfällt, brechen Honorare oft schnell ein. Ob zusätzlich Ansprüche aus gesetzlicher Rentenversicherung oder einem Versorgungswerk bestehen, ist individuell verschieden. Gerade bei laufenden Fixkosten und wenig Rücklagen ist BU deshalb oft ein zentraler Baustein der Existenzsicherung.
Einen allgemeinen Preis gibt es nicht. Der Beitrag hängt unter anderem von Alter, konkreter Tätigkeit, Gesundheitszustand, gewünschter BU-Rente, Laufzeit und teils auch von Hobbys ab. Pauschale Preise sind deshalb wenig belastbar.
Eine feste Standardzahl gibt es nicht. Als grober Orientierungswert werden häufig 70 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens genannt. Verlässlicher ist aber eine konkrete Bedarfsrechnung, die Deine Fixkosten, Krankenversicherung, laufende Verpflichtungen und mögliche Leistungen aus anderen Systemen berücksichtigt.
Ja. Entscheidend ist meist nicht der Gewerbeschein, sondern welche Tätigkeit Du tatsächlich ausübst und wie diese eingestuft wird. Deshalb sollte Deine Tätigkeitsbeschreibung so präzise wie möglich sein.
Wichtig sind vor allem eine klare Leistungsdefinition, der Verzicht auf abstrakte Verweisung, ein sinnvoller Prognosezeitraum, Nachversicherungsgarantie, Dynamik und gegebenenfalls eine passende Karenzzeit. Wenn Du selbstständig oder organisatorisch eigenverantwortlich arbeitest, solltest Du zusätzlich die Umorganisationsklausel prüfen.

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